Aktien kaufen: Kosten & Gebühren im Überblick

Welche Kosten und Gebühren kommen eigentlich auf einen zu wenn man an der Börse in Aktien oder andere Wertpapiere investiert? Dies werde ich jetzt einmal für Einsteiger aufschlüsseln:

Aktienhandel-Gebühren: Welche Kosten fallen an, wenn man Aktien kaufen will?

1. Depotführungskosten:

Dabei handelt es sich um eine feste Grundgebühr, die für die Führung eines Aktiendepots von der Bank oder vom Online-Broker erhoben wird (unabhängig davon, ob man Wertpapiere handelt).

Man kann hier mit ungefähr zwischen 10 bis 30 Euro im Jahr rechnen. Die Kosten fallen normalerweise monatlich oder jährlich an.

SPAR-TIPP: Bei einigen Direktbanken (Erklärung) bzw. Onlinebrokern ist die Depotführung völlig kostenlos (Achtung: Bei manchen Anbietern ist das Depotkonto nur umsonst wenn man bestimmte Bedingungen erfüllt, dazu gleich mehr). Hausbanken verlangen dagegen oft noch Verwaltungsgebühren für ein Wertpapierdepot.

Folgende 8 Online-Discountbroker bieten unter anderem ein kostenloses Depot an:
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consorsbank Consorsbank sbrokerS Broker onvista-bankOnvista Bank ing-dibaING-DiBa
flatexflatex dabbankDAB Bank comdirectcomdirect lynxLYNX

Bei den oberen 8 Brokern fallen keinerlei Depotführungskosten an, mit Ausnahme dieser beiden Anbieter:

  • s broker: Kostenlos bei mindestens einer Transaktion im Quartal oder einem Vermögensbestand von über 10.000 € zum Quartalsende, ansonsten Kosten von 2,50 Euro pro Monat
  • comdirect: Keine Depotgebühren für mindestens 3 Jahre, danach nur noch kostenlos, wenn Sie mindestens 2 Trades pro Quartal in Auftrag geben, ein Girokonto der comdirect haben oder regelmäßige Einzahlungen in einen Wertpapier-Sparplan tätigen. Ist nicht wenigstens eine der 3 Bedingungen erfüllt, fallen für das Onlinedepot Kosten von 1,95 Euro pro Monat an.

2. Gebührenkosten bei Käufen und Verkäufen von Wertpapieren:

Wenn man eine Aktie kaufen oder verkaufen will fällt eine Gebühr an. Hierbei gibt es keine einheitlichen Kosten. Je nach Bank bzw. Broker setzen sich diese auf unterschiedliche Art und Weise zusammen: Meistens gibt es eine feste Grundgebühr pro Auftrag, wo zusätzlich noch ein bestimmter Prozentsatz der Ordersumme oben drauf kommt.

Daneben existieren aber noch andere Gebührenmodelle: Etwa nur eine fixe Order-Grundgebühr oder ausschließlich ein prozentualer Anteil vom gesamten Orderbetrag.

Beispielsweise fallen bei den diesen 8 Onlinebrokern folgende Handelsgebühren an:
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Online-Broker Gebühren-Berechnung pro
Order im Inland
Mindestkosten
pro Order
Maximalkosten
pro Order
ING-DiBa 0,25% (der Anlagesumme) 9,90 € 59,90 €
LYNX
0,14% 5,80 € 99 €
Consorsbank 4,95 € / 12 Monate bis 10.000 € (ab 13. Monat 4,95 € + 0,25%) 9,95 € (ab 13. Monat) 69 €
flatex 5,00 € 5,00 € 5,00 €
S Broker 4,99 € + 0,25% 8,99 € 54,99 €
DAB Bank 4,95 € / 12 Monate (ab 13. Monat 4,95 € + 0,25%) 7,95 € 59,95 €
Onvista Bank 5,99 € + 0,23% 5,99 € + 0,23% 39 €
comdirect 4,90 € + 0,25% 9,90 € 59,90 €

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich ändern. Prüfen Sie deshalb Konditionen nochmal auf der jeweiligen Anbieterseite.

Auch die in der Tabelle aufgeführten Mindest- und Maximalkosten pro Wertpapierauftrag sollte man im Auge behalten:

  • Mindestkosten pro Order: Das heißt, dass die Gebühr auf diesen Mindestkosten-Preis angehoben wird falls der Preis der normalen Gebühren-Berechnung darunter liegt
  • Maximalkosten pro Order: Das bedeutet, dass die Gebühr auf diesen Maximalkosten-Preis runtergesetzt wird falls der Preis der normalen Gebühren-Berechnung darüber liegt

TIPP: Den Mindestkostenbetrag sollte man beachten wenn man meistens nur geringe Summen investiert. Den Maximalkosten sollte man dagegen Aufmerksamkeit schenken wenn man häufig hohe Summen investiert.

Noch 2 Hinweise zu Ordergebühren:

  • Neben den eben genannten Aktienhandelskosten muss man bei jeder Order oft auch mit Börsenplatz-Gebühren rechnen. Das ist aber in der Regel ein geringer Betrag, der nicht wehtut, je nach Handelsplatz sind es circa 1 bis 3 Euro im Durchschnitt (elektronische Börsen wie beispielsweise Xetra sind meist günstiger). Auch wenn dieser Kostenpunkt klein ist sollte er nicht unerwähnt bleiben.
  • Die eben genannten Gebühren fallen sowohl beim Aktien-Kauf als auch beim Aktien-Verkauf eines Wertpapiers an. Also nicht nur bei einem Kaufvorgang. Einigen Anfängern ist das meiner Erfahrung nach nicht immer ganz klar. Daher erwähne ich das hiermit nochmal ausdrücklich.

3. Eventuelle Zusatzkosten – für folgende Leistungen verlangt so mancher Broker Extragebühren:

  • Der Einsatz von bestimmten Order-Werkzeugen verursacht bei einigen Anbietern zusätzliche Kosten. Zum Beispiel eine Limit-Änderung, Limit-Streichung oder eine nicht ausgeführte Stop-Loss-Order. Je häufiger Sie Wertpapiere kaufen und verkaufen, desto wichtiger sind etwaige Zusatzkosten dieser Art (das gilt auch für den nächsten Punkt).
  • Teilausführungen: Manchmal kommt es vor, dass ein Broker einen Auftrag nur über 2 getrennte Transaktionen ausführen kann (beispielsweise bei Aktien mit geringem Handelsvolumen ist das möglich). Manche Broker berechnen dann auch 2 Mal die vollen Gebühren. Achten Sie also beim Studieren der Konditionsbedingungen darauf, dass hierfür nicht doppelt abkassiert wird.
  • Telefon-Auftrag: Wenn Sie gerne telefonisch handeln möchten, dann passen Sie auf, dass dies nichts oder wenig extra kostet.
  • Einige Broker berechnen Extragebühren für den Erhalt von Dividendenzahlungen ausländischer Unternehmen
  • Auch andere Services, die man vielleicht ab und zu nutzt, können natürlich Sonderberechnungen nach sich ziehen. Lesen Sie sich daher gut die Broker-Preislisten durch.

Mein Tipp zum Abschluss: Es kommt auf Ihr Anlageverhalten an, welche Gebührenkonditionen bei welchem Broker für Sie am attraktivsten sind. Dazu sollten Sie folgende Fragen grob beantworten können: Wie viele Käufe/Verkäufe führen Sie pro Jahr durch? Welche Summe geben Sie im Durchschnitt pro Handelsauftrag aus? Mit Hilfe meines Vergleichsrechners (hier) können Sie dann schnell und ganz einfach den für Sie günstigsten Discountbroker herausfinden.

Aber: Wer kaum Aktien im Jahr erwirbt oder noch Börsenanfänger ist, muss sich hier nicht den Kopf zerbrechen und sollte in erster Linie darauf achten, dass er keine Depotführungskosten zahlt (siehe Broker-Liste zu Beginn des Artikels). Denn als Einsteiger weiß man meist noch nicht so genau, wie häufig man Wertpapiere kauft bzw. verkauft.

In jedem Fall sollte man die Brokergebühren gerade als besonders aktiver Trader immer mit einkalkulieren, schließlich wirken sie sich auf die Rendite aus. Denn Ausgaben durch getätigte Börsenhandelsaufträge muss man erst mal wieder durch Gewinne einspielen.

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