Aktien verschenken: Wie geht das? Tipps & Infos

Wer nicht weiß, was er schenken soll, schenkt oft Geld. Auf Dauer wirkt das etwas einfallslos. Auf der Suche nach einer sinnvollen Alternative kommt so mancher Börsenfan vielleicht auf die Idee, eine Aktie zu schenken. Aber:

Kann man eine Aktie verschenken?

Ja, es geht! Wer darüber nachdenkt und wissen möchte, was es dabei zu beachten gilt, sollte jetzt weiterlesen. Ich gebe dazu einige wichtige Infos und Tipps:

Wer sich etwas mit Aktien auskennt, der weiß sicherlich, dass Aktien früher immer als Papier in Form einer Urkunde ausgehändigt wurden. Und so ein richtiges Wertpapier zum Anfassen, das sich der Beschenkte aufhängen könnte, würde sich als Geschenk natürlich gut machen.

Weil jedoch der Aktienhandel heutzutage eigentlich nur noch elektronisch stattfindet, gibt es solche gedruckten Papieraktien, auch effektive Stücke genannt, fast nicht mehr (anscheinend vereinzelt noch in den USA, dafür muss man aber einiges auf den Tisch legen).

Deshalb bleibt im Grunde nur die Möglichkeit, dass man die entsprechenden Aktien selbst kauft und dann digital über den Broker an den Beschenkten überträgt (= elektronische Schenkung).

Darauf sollte man bei einer Aktienschenkung achten:

  • Der Beschenkte muss ein Depot haben, sonst kann er die Aktien nicht empfangen. Falls er noch keins hat, kann er ein neues eröffnen (am besten ein Aktienkonto mit kostenloser Depotführung).
  • Für den Aktienübertrag, der bei der Schenkung stattfindet, muss man in der Regel nichts bezahlen (es fallen nur die üblichen Handelsgebühren beim Aktienkauf an, bevor man die Aktien verschenkt)
  • Man sollte die Bank über die Schenkung informieren, sonst führt diese 25% Abgeltungssteuer ab (weil der Aktienübertrag ansonsten als Verkauf angesehen wird). Oft kann man aber bei den Brokern schon beim Aktienübertrag „Schenkung“ angeben, so ist es etwa im unteren Beispiel.
  • Bei größeren Beträgen sollte man die unter Umständen anfallende Schenkungssteuer beachten: Bei einmaligen Schenkungsbeträgen, die im vierstelligen Bereich oder darunter liegen, muss man sich keinen Kopf darüber zerbrechen. Erst bei Beträgen von 20.000 Euro oder mehr ist die Schenkungssteuer relevant (bei diversen familiären Beziehungen sind sogar sechststellige Schenkungen steuerfrei möglich). Tipp: Bei hohen schenkungssteuerkritischen Beträgen lohnt es sich, Aktien an Tagen zu schenken bzw. zu übertragen, wo die Aktie schwächelt (als Übertragungswert gilt der niedrigste Kurs am Tag der Schenkung).

BEISPIEL: Wie schenkt man eine Aktie?

Wie bereits erwähnt, muss man eine Aktie erst selbst besitzen (entweder man hat sie bereits im Depot oder man kauft sie), bevor man sie verschenken kann. Als nächstes muss man anhand eines Depotübertrags bei der Bank bzw. beim Online-Broker die Aktie ins Depot des Beschenkten übermitteln.

Da ich selbst ein Online-Depot bei der ING-DiBa habe, zeige ich, wie einfach es beispielsweise dort abläuft:

  1. Man muss sich ins eigene Depot einloggen.
  2. Auf „Depotüberträge“ klicken.
  3. Übertrag wählen („Innerhalb der ING-DiBa“ oder „An eine andere Bank“).
  4. Art des Übertrags bestimmen: „Übertrag auf ein Depot eines Dritten aufgrund einer Schenkung“. Das sieht so aus:

Aktien-verschenken-Beispiel

  1. Im folgenden Schritt die Daten des Beschenkten eingeben.
  2. Aktien im eigenen Depot auswählen, die man schenken will.
  3. Fertig!

Fazit: Nur Mut zur Aktienschenkung!

Mit einer Aktie schenkt man wirklich etwas Besonderes und gleichzeitig Werthaltiges, auch wenn man leider keine Urkunde auf Papier mehr überreichen kann (aber Geld wird ja ebenfalls ständig verschenkt, obwohl es kein handfestes Geschenk ist ;-)).

Zum Abschluss noch 4 Tipps:

  • Mit ein bisschen Kreativität kann man dem Beschenkten doch etwas Handfestes überreichen: Zum Beispiel eine selbst gebastelte symbolische Aktienurkunde, die man mit Details zur Aktie beschriftet und in einer urigen Flasche (gerollt) oder einer Box unterbringt.
  • Welche Aktie eignet sich zum verschenken? Ich empfehle, starke Qualitätsaktien zu schenken (etwa große bekannte Firmen bzw. Marken, die schon seit Jahrzehnten wachsen). Hier stehen die Chancen gut, dass diese Aktien langfristig weiter an Wert zulegen.
  • Besonders persönlich und einfallsreich erscheint ein Aktiengeschenk wenn der Beschenkte ein Bezug zur Aktie hat (einem Autofan könnte man beispielsweise Aktien eines großen Automobilherstellers schenken usw.)
  • Auch Kinder kann man zur vernünftigen Geldanlage für die Zukunft mit Aktien beschenken (oder einen Aktien-Sparplan anlegen)