Aktienanalysen: Sind Analystenempfehlungen gut oder schlecht?

Analystenempfehlungen: Was taugen sie?Was Analystenempfehlungen von Banken beinhalten, warum es sie gibt und wo man sie abrufen kann, habe ich hier zusammengefasst: Analystenmeinungen: Wertpapieranalyse durch Banken.

Im folgenden Artikel versuche ich zu analysieren, wie man diese Gattung der Aktienanalysen als Privatanleger am besten einschätzen sollte: Taugen sie etwas? Sollte man seine Handelsentscheidungen danach ausrichten?

Meine Überlegungen und Rechercheergebnisse zu Analystenempfehlungen

  • Die Bankanalysten liegen manchmal richtig, aber auch oft falsch. Würden viele Analysten richtig liegen, dann würden bestimmt viel mehr Anleger danach handeln.
  • Man sollte bei Gratis-Aktienanalysen immer daran denken, dass diese kostenlos sind. Dieser Fakt widerspricht einer wertvollen Analyse, auch wenn „kostenlos“ natürlich nicht immer gleich schlecht sein muss.
  • Meist werden nur große Aktien untersucht. Allen voran Aktien, die in der Vergangenheit gut gelaufen sind. Unentdeckte Perlen findet man hier also eher nicht.
  • Die meisten Analysteneinschätzungen sind sicher seriös. Vor allem große Banken können sich auch kaum erlauben, hier durch unseriöse Machenschaften in Verruf zu geraten. Aber im Hintergrund der Aktienanalysen können manchmal auch eigene Interessen stehen, welche möglicherweise dann die Analysen beeinflussen. Diese möglichen Interessenkonflikte müssen rechtlich gesehen publiziert werden, sind aber auf den ersten Blick oft nicht für Privatanleger ersichtlich (hierfür ist meistens eine ausführlichere Recherche notwendig).
  • Viele Analystenempfehlungen sind öffentlich und werden auf vielen Finanzportalen bekannt gemacht. Es gibt daher sicherlich einige Anleger, die ihre Handelsentscheidungen mehr oder weniger danach ausrichten. Zumindest kurzfristig können dadurch Kurse beeinflusst werden. Daher kann es durchaus spannend sein, Analystenmeinungen und die darauffolgenden Kursauswirkungen zu beobachten.
  • Man sollte immer auch die aktuelle Lage des Gesamtmarktes im Hinterkopf behalten: In einem Bullenmarkt sind beispielsweise die Chancen auf eine bessere Trefferquote der Analysten aufgrund eines freundlicheren Marktumfeldes höher.
  • Einige erfahrene Börsianer nutzen die Bank-Aktienanalysen auch als Kontra-Indikator. Beispielsweise hat Susan Levermann diese Möglichkeit im Börseneinsteiger-Buch Der entspannte Weg zum Reichtum beschrieben: Ihrem Gefühl nach entwickeln sich nur circa 20% der Börsenkurse so, wie es die Analysten prognostizieren. Sie sagt, dass für sie langfristig gesehen eher die negativen Analystenempfehlungen interessant seien, da hier die Anlegererwartungen niedriger sind und folglich mehr Renditepotenzial steckt. Wenn dagegen viele Analysten bei einer Aktie „Kaufen“ sagen, dann sind die Erwartungen der Investoren hoch und dadurch auch die Gefahr von Enttäuschungen.

Aktienanalysen: Meine Meinung zu Analystenempfehlungen

Fazit: Man kann nicht pauschal sagen, ob Analystenempfehlungen gut oder schlecht sind. Es kommt vor allem darauf an, wie man diese Aktienanalysen nutzt. Sie sind teilweise als zusätzliche Informationsquelle ganz interessant, denn es können sich durchaus ab und zu ein paar spannende Infos drin verstecken. Es gibt daher auf jeden Fall immer mal ein paar informative Bankanalysen, aber die Mehrheit ist eher weniger nützlich für die eigenen Handlungsentscheidungen.

Vertrauen Sie demzufolge nicht blind nur auf Analystenempfehlungen (das kann ins Auge gehen!), sondern sehen Sie diese Aktienchecks eher als Zusatz-Info. Ich rate dazu, Aktien besser selbst zu analysieren mit Hilfe einer guten Aktienstrategie.

Tipp: Ich habe selbst eine einfach Aktienanalyse-Methode bzw. Aktienstrategie mit 10 Kriterien entwickelt, die auch Einsteiger umsetzen können. Diese Strategie stelle ich in einem eBook genau vor: Wie man in 12 Schritten die sichersten Top-Aktien findet (mehr Infos).

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