Aktienarten: Welche Aktienformen gibt es?

6 Aktienarten einfach erklärtWas Aktien sind, habe ich an anderer Stelle bereits erklärt (Was sind Aktien?). Dort bin ich auch schon kurz auf die verschiedenen Aktienarten eingegangen. In den folgenden Zeilen werde ich sie jedoch genauer behandeln und die wichtigsten Aktienformen beschreiben.

Bevor ich loslege, sollten Sie Folgendes wissen: Die Aktiengesellschaften bzw. Unternehmen können beim Börsengang bzw. IPO (Definition) unterschiedliche Aktiengattungen wählen und rausgeben. Es gibt hinsichtlich der Aktienarten 3 Hauptdifferenzierungen: Stimmrechteumfang, Übertragbarkeit und die Grundkapitalanteilsart.

Die 6 wichtigsten Aktienarten erklärt

1. Stammaktien und Vorzugsaktien regeln den Stimmrechteumfang einer Aktie: Mit dem Erwerb von Stammaktien hat man ein Stimmrecht bei der (jährlichen) Hauptversammlung des Unternehmens. Bei Vorzugsaktien muss man dagegen auf dieses Recht verzichten, erhält dafür aber eine höhere Dividende. Eine Firma kann beide Aktienarten gleichzeitig ausgeben, manchmal kann man daher zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien wählen (bei der Volkswagen AG gibt es zum Beispiel beide Formen). Viele Aktiengesellschaften geben aber nur Stammaktien aus.

Ausführliche Erklärung: Stammaktien & Vorzugsaktien (Definition)

2. Inhaberaktien und Namensaktien regeln die Übertragbarkeit einer Aktie: Bei einer Inhaberaktie ist der Besitzer Inhaber der Aktie. Wer so eine Aktie kauft, dem gehört sie auch sofort. Inhaberaktien können also schnell und einfach übertragen werden. Die Aktionäre bleiben hier den Aktiengesellschaften anonym. Anders sieht es bei Namensaktien aus. Eine Übertragung auf einen neuen Inhaber ist hier natürlich auch möglich, aber aufwändiger. Grund: Bei dieser Aktienart erfolgt die Eintragung der Besitzer im Register der Aktiengesellschaft. In Deutschland sind Inhaberaktien in der Überzahl.

Ausführliche Erklärung: Inhaberaktien & Namensaktien (Definition)

3. Nennwertaktien und Stückaktien regeln die Anteilsform: Auch bezüglich der Anteilsverbriefung einer Aktie wird unterschieden. Nennwertaktien, auch Nennbetragsaktien genannt, haben einen festen Nennwert. Dieser Aktiennennwert entspricht dem Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft. Eine Gesellschaft kann aber verschiedene Nennbeträge ausgeben, jedoch muss der Nennwert immer mindestens 1 Euro sein. Bei Stückaktien, auch nennwertlose Aktien oder manchmal Quotenaktien genannt, gibt es keinen festen Nennwert. Hier haben alle Aktien einen gleichen Grundkapitalanteil. In der heutigen Zeit sind Nennwertaktien aber in der Minderheit.

Ausführliche Erklärung: Stückaktien & Nennwertaktien (Definition)

Fazit: Sie haben also eben die 3 bedeutendsten Unterscheidungen kennengelernt. Hier ein Beispiel: Von der Aktie XY gibt es nur Stammaktien (=Stimmrecht festgelegt). Außerdem sind es Inhaberaktien (=Übertragbarkeit festgelegt) und Stückaktien (=Anteilsart festgelegt).

Junge und alte Aktien: Das sind weitere Arten, die später dazukommen können. Nämlich dann, wenn eine Aktiengesellschaft eine Kapitalerhöhung vollzieht. In so einem Fall werden neue, sogenannte „junge Aktien“ zusätzlich zu den alten Aktien in den Umlauf bzw. den Börsenhandel gebracht, wodurch das Unternehmen im Gegenzug natürlich Geld bekommt (für neue Investitionen etc.). Die alten Aktien sind dann also die Aktien, die es schon vor der Ausgabe der jungen Aktien gab.

Ausführliche Erklärung: Junge Aktien und alte Aktien (Definition)

Wie wichtig sind die verschiedenen Arten von Aktien für den Otto-Normal-Anleger?

Für den normalen Privatanleger, wie Sie wahrscheinlich einer sind, spielen die Aktienarten keine sonderlich große Rolle und sind für die meisten eher nebensächliche Hintergrundinformationen. Am interessantesten wird es, wenn es von einer bestimmten Aktie, die Sie kaufen wollen, sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien gibt. Hier müssen Sie dann entscheiden, was Ihnen wichtiger ist: Ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung oder eine höhere Dividendenzahlung.

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