Börsenpsychologie: Wie die Psychologie die Börse beeinflusst

Die Börsenpsychologie ist ein Teilgebiet der Finanzpsychologie und dreht sich um die Stimmung und das Verhalten von Anlegern an der Börse. Denn Börsenkurse werden stark von der unberechenbaren Psychologie der Anleger beeinflusst. Vor allem (Verlust-)Angst und (Gewinn-)Gier sind an der Börse deutlich ausgeprägt und führen regelmäßig zu zahlreichen schlechten Anlageentscheidungen.

Auch Börsenguru André Kostolany hat der Börsenpsychologie eine hohe Bedeutung zugesprochen: „Die Börse reagiert gerade mal zu 10 Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie!“ Das ist natürlich etwas übertrieben. Aber die Börsenpsychologie nimmt definitiv einen wichtigen Teil bei Anlageentscheidungen ein, gerade in hektischen (Börsencrash)-Zeiten.

Börsenpsychologie für EinsteigerBörsenpsychologie: Wie werden dadurch Aktienkurse beeinflusst?

Vorab sei gesagt: Das Thema Börsenpsychologie ist in jedem Fall sehr komplex und man kann seitenweise darüber schreiben und analysieren. In den folgenden Absätzen kann ich daher nur einige Grundzüge der Thematik erläutern (für tiefergehendes Wissen habe ich unten ein paar Buchtipps parat).

Die Börsenpsychologie wirft zum Beispiel folgende Fragen auf: Wie reagieren Anleger psychologisch auf bestimmte Situationen und Informationen… und warum? Wodurch werden Anlageverhalten und damit Anlageentscheidungen beeinflusst aus psychologischer Sicht?

Dazu möchte ich ein paar menschliche Emotionen in den Raum werfen, die eng mit der Börsenpsychologie in Verbindung stehen und damit auf das Anlageverhalten vieler Anleger einwirken: Unsicherheit, Gier, Panik, Zweifel, Angst, Hoffnung und manchmal auch Wut.

All diese Emotionen können zu übereilten und schlechten Handlungen an der Börse führen. Viele Börsengefahren stehen daher mit der Börsenpsychologie in Verbindung. Hier habe ich einige Beispiele aufgezählt, wie die Psychologie der Anleger zu schlechten Anlageentscheidungen führen kann: 12 Gefahren der Börse. Natürlich gibt es auch Emotionen, die positive Auswirkungen haben und wichtig sind für sinnvolle Entscheidungen, aber diese sind leider eher in der Unterzahl.

Die Psychologie drängt Anleger oft zu unvernünftigen Anlageentscheidungen

Die Psychologie beeinflusst wie gesagt die Entwicklung von Aktienkursen. Durch bestimmte Stimmungslagen der Anleger kann es mehr oder weniger schnell zu Übertreibungen kommen. Allen voran durch Angst. Denn gerade Angst spielt an der Börse eine große Rolle, vor allem in Krisenzeiten. Angst bewegt Anleger nicht selten dazu, unvernünftige Entscheidungen zu treffen. Aus Angst werden dann Anlageentscheidungen getroffen, die eigentlich gar nicht sinnvoll sind.

Die Börsentalfahrt während der Finanzkrise weitete sich beispielsweise immer weiter aus, weil viele Anleger unüberlegt aus Angst einfach alles verkauft haben (also auch Aktien starker Unternehmen, die kaum von der Finanzkrise betroffen waren). So kam es zu einem übertrieben starken Absturz, der so nicht gerechtfertigt war. Die Folge war eine Trendumkehr mit wieder ansteigenden Kursen ab März 2009. Auch Börsentrends werden also stark von der Börsenpsychologie geprägt.

Auch Erwartungen spielen eine große Rolle in der Börsenpsychologie

Zum Beispiel können hohe Erwartungshaltungen an zukünftige Fakten Kurse im Voraus stark beeinflussen (Annahmen über die Zukunft). Daher sagt man, dass die Zukunft oft schon in den Börsenkursen eingepreist ist. Beispiel: Zinspolitik der Notenbanken (diese ist ja wichtig für die Wirtschaft). Wenn steigende Leitzinsen bei der nächsten Sitzung erwartet werden, dann reagieren viele Börsianer schon vor der Zinsentscheidung darauf und handeln danach.

Die Kurse reagieren also je nach Erwartung schon vorzeitig auf bestimmte Zukunftsfakten. Wenn die tatsächlichen Fakten dann wie erwartet eintreten, tut sich nicht mehr viel beim Kurs (denn man hat es ja schon so erwartet). Wenn die Fakten aber enttäuschen oder übertroffen werden, dann gibt es einen Ausschlag nach oben bzw. unten (Grund: Unerwarteter Ausgang).

Tricksen Sie die Börsenpsychologie vor allem mit einer guten Anlagestrategie aus!

Je anfälliger Sie psychisch sind, desto schwieriger ist es oft, an der Börse Erfolg zu haben. Aber es gibt Mittel, um dagegen anzukämpfen und so die börsengefährlichen Emotionen besser zu kontrollieren (denn ganz ausschalten kann man sie wohl kaum).

Zum Beispiel hilft die Nutzung einer Anlagestrategie, der eigenen Psychologie ein Schnippchen zu schlagen. Denn mit Hilfe einer starken Anlagestrategie kann man klar nach einer bestimmten Vorgabe handeln und läuft dadurch weniger in Gefahr, sich von Emotionen zu unüberlegten Entscheidungen verleiten zu lassen. Tipp: Ich habe selbst eine einfache 10-Punkte-Aktienstrategie entwickelt, um langfristig profitable und zugleich möglichst sichere Aktien ausfindig zu machen (hier mehr Infos).

Mein Rat: Bewahren Sie mit den richtigen Mitteln einen kühlen Kopf an der Börse! 😉

Zum Abschluss noch ein paar empfehlenswerte Buchtipps (für alle, die mehr über Börsen- und Tradingpsychologie wissen wollen):

Artikel-Tipp:

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