Börsenstart: Was für ein Anlagetyp sind Sie? Startsumme? Wie viele Aktien kaufen?

In meinem Artikel Anlegertypen und Risikotypen habe ich Ihnen gezeigt, welche 3 verschiedenen Typen es gibt (diesen Artikel sollten Sie zuerst gelesen haben). Aber was für ein Anlagetyp sind Sie davon? Ich gebe Ihnen gleich ein paar Tipps und Hinweise, wie Sie Ihren Anlagetyp finden (weiter unten im Text gehe ich auch noch auf 2 weitere Fragen ein, die sich viele Anleger beim Börsenstart stellen).

Börsenstart-Hilfe für AnfängerWas für ein Anlagetyp sind Sie?

So oder so kommt es bei der Anlagetyp-Bestimmung zu allererst auf Ihre Lebensumstände an. Wie viel Geld können und wollen Sie an der Börse investieren? Das sollte Geld sein, dass man nicht zum Leben braucht und worauf man zur Not ganz verzichten könnte (denn an der Börse kann alles passieren, auch wenn sehr hohe Verluste, vor allem bei einer vorsichtigen und durchdachten Kapitalanlage, eher unwahrscheinlich sind).

Das heißt: Wenn Sie sich etwa als Anlagetyp 3 zählen, dann sollten Sie nicht danach handeln wenn Sie nur wenig Geld für eine Geldanlage haben (es ist dann sinnvoller, gar nicht an die Börse zu gehen oder als Anlegertyp 1 zu agieren).

Der Faktor Zeit spielt eine wichtige Rolle bei der Art des Anlagetyps

Wie viel Zeit können und wollen Sie sich für die Geldanlage nehmen? Dabei gilt: Je mehr Risiko man eingeht, desto mehr Zeit ist nötig, damit man erfolgreich sein kann (vor allem als Anlagetyp 3 sollte man sich daher viel Zeit nehmen).

Und wenn man fast gar keine Zeit und/oder Lust für die Börsenanlage hat, ist es ratsam, sich Experten-Hilfe zu holen: Zum Beispiel einen guten Anlageberater, einen starken Börsenempfehlungsdienst (hier ein Tipp) oder indirekt über einen sogenannten „Roboter-Berater“ wie etwa vaamo (mehr Infos) oder easyfolio.

Die Bestimmung des eigenen Anlagetyps: Weitere Tipps

  • TIPP 1: Man sollte sich nicht starr auf einen Anlegertyp festlegen. Das Anlageverhalten kann sich im Laufe der Zeit ändern. Außerdem kann es gut sein, dass Sie eine Mischung aus 2 Anlagetypen sind.
  • TIPP 2: Wenn man sich selbst nicht in eine Anlagetypform einordnen kann, ist das alles andere als schlimm. Man muss sich meiner Meinung als Einsteiger gar nicht unbedingt in irgendeine Anlagetyp-Art reinpressen. Als Anfänger ist es stattdessen grundsätzlich ratsam, zu Beginn vorsichtig zu sein und sich langsam in die Börsenwelt reinzutasten. Insbesondere risikofreudige Anleger, die hohe Renditen wollen, sollten von riskanten Papieren anfangs besser die Finger lassen. Auf der anderen Seite sollten sehr ängstliche Anleger versuchen, die Aktien-Angst abzulegen (hier Tipps). Ganz wichtig ist es jedenfalls für jeden Einsteiger, erst mal grundlegendes Börsenwissen zu sammeln (dabei vor allem eine gute Aktienstrategie suchen und Börsen-Risiken verinnerlichen!) und dann erst nach und nach die ersten Aktien oder anderen Wertpapiere kaufen.

Weitere Börsenstart-Fragen, die sich Börseneinsteiger zu Beginn oft stellen:

1. Wie viele Aktien sollte man am Anfang kaufen?

Viele Anleger, die den aktiven statt den passiven Anlage-Ansatz bevorzugen (Erklärung), fragen sich, wie viele Aktien man zum Einstieg kaufen sollte. Wichtig ist dabei vor allem, dass man das gesamte Geld nicht nur in 1 oder 2 Aktien investiert (siehe Gefahr 4 in meinem Aktienrisiko-Artikel). Meiner Meinung nach sollten es stattdessen schon mindestens 5 unterschiedliche Aktien im Aktiendepot sein, um hier das Gesamtrisiko zumindest auf 5 Aktien zu streuen. Bei der genauen Anzahl kommt es dabei vor allem auf 2 Dinge an:

  1. Wie viel Geld hat man überhaupt für die Aktienanlage zur Verfügung? Mit zum Beispiel 5000 Euro Startkapital sollte man keine 20 verschiedenen Aktien kaufen, damit die Gebühren nicht zu sehr ins Gewicht fallen (dazu unten mehr).
  2. Wie viele Aktien möchte man im Depot haben? Dabei ist Folgendes zu beachten: Je weniger Aktien man hat, desto größer sind meist die Schwankungen im Depot bzw. das Verlustrisiko und die Renditechancen. Bei dauerhaft wenigen Aktien im Portfolio ist es demnach wichtig, welche man auswählt (dazu ist mehr Erfahrung und Wissen nötig, um auf lange Sicht erfolgreich an der Börse zu sein).

Jedenfalls haben nach meiner Erfahrung und Beobachtung viele langfristig ausgerichtete (Buy&Hold-)Anleger gerne eher mehr Aktien im Depot und kurz- oder mittelfristige Anleger eher wenig Aktien (häufig unter 10 Stück).

  • TIPP 1: Ausführlicher auf die Frage „Wie viele Aktien kaufen?“ gehe ich im 3. Kapitel meines eBooks Wie man in 12 Schritten die sichersten Top-Aktien findet (mehr Infos) ein. Dort stelle ich meine persönliche Aktienstrategie für langfristig orientierte Anleger vor, die auch für Einsteiger geeignet ist (leicht umsetzbar) und ich selbst anwende.
  • TIPP 2: Wer sich nicht auf die Suche nach aussichtsreichen Einzelaktien begeben will, der kann auch einfach auf den gesamten Aktienmarkt setzen und dadurch teilweise sogar in Hunderte Aktien auf einmal investiert sein (= passiver Anlageansatz). Das geht einfach und günstig mit börsennotierten Fonds (auch ETFs bzw. Indexfonds genannt). Mehr Infos habe ich hier parat: Mein ETF-Ratgeber für Einsteiger.

Auf zur nächsten wichtigen Börsenstart-Frage:

2. Was ist eine gute Startsumme? Wie viel Geld sollte man am Anfang an der Börse investieren?

Hier gibt es natürlich keine einheitlich optimale Summe. Denn es kommt vor allem darauf an, wie viel man für die Geldanlage an der Börse zur Verfügung hat (das hatte ich ja weiter oben schon in Bezug auf die Welcher-Anlagetyp-Frage erwähnt). Je mehr, desto besser, das ist klar (aber gerade als Anfänger sollte man aus mangelnder Erfahrung so oder so besser vorsichtig beginnen).

Um aber mal eine Zahl zu nennen: Eine gute Startsumme ist etwa um die 5.000 bis 10.000 Euro, um damit für den Anfang zum Beispiel 5 bis 10 Aktien zu kaufen. Eine Startsumme von unter 1.500 bis 2000 Euro ist weniger sinnvoll. Sparen Sie dann lieber noch ein wenig bevor Sie einsteigen (Ausnahme: Man investiert in Indexfonds/ETFs, hier ist auch ein niedriger vierstelliger Einstiegsbetrag durchaus ok).

Gründe: Zum einen ist man dann zu eingeschränkt in den Handelsmöglichkeiten (siehe voriger Punkt „Wie viele Aktien kaufen?“). Zum anderen spielen die anfallenden Gebühren beim Aktienhandel eine wichtige Rolle: Je niedriger der Betrag ist, mit dem man an der Börse einsteigt, desto höheren Gewinn muss man erreichen, um überhaupt erst mal die Gebühren wieder einzuspielen (siehe auch Infos auf meiner Seite Aktien online handeln).

  • TIPP: Wenn man wenig Geld für eine Aktienanlage zur Verfügung hat, aber trotzdem sofort einsteigen will, dann ist ein Wertpapier-Sparplan (was ist das?) eine Überlegung wert. Auf diese Weise kann man regelmäßig und kostengünstig kleinere Beträge an der Börse anlegen (mit einem ETF-Sparplan sogar in Tausende Aktien auf einen Schlag). Manche Broker bieten schon Sparpläne ab 25 Euro je Monat an.

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