Börsentrends und Aktientrends: Wie erkennen?

Börsentrends: Wie erkennen?Eine Einführung zu Börsentrends habe ich ja bereits hier für Sie zusammengestellt: Börsentrend 1×1. Aber wie kann man Börsen- und Aktientrends früh erkennen?

Soviel sei schon mal verraten: Es ist nicht einfach, auch nicht für Anlegerprofis. Sonst gäbe es ja viel mehr reiche Anleger.

Erwarten Sie in jedem Fall nicht von sich selbst, Trends früh erkennen zu müssen (das schaffen sowieso nur wenige). Versuchen Sie stattdessen vor allem, nicht zu spät in Börsentrends einzusteigen.

Wie kann man Börsentrends und Aktientrends erkennen?

Um Trends an der Börse mehr oder weniger früh aufzuspüren, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zum Beispiel kann man Analysen durchführen, indem man verschiedene aktuelle Wirtschafts- bzw. Aktiendaten untersucht (sogenannte „Indikatoren“):

  • Analyse der Wirtschafts- bzw. Konjunkturindikatoren (zum Beispiel Auftragseingänge, Gewinnprognosen, Leitzinsentwicklung, ifo-Geschäftsklimaindex, Arbeitsmarktdaten, Exportdaten, Ölpreis, Inflationsrate etc.)

Um leichter Trends und Trendentwicklungen zu erkennen, sollte man wissen, wodurch Trends ausgelöst und beeinflusst werden. Beispiele:

Börsenpsychologie: Die Psychologie der Anleger beeinflusst stark Börsentrends und Trendverläufe. Denn die Psychologie der Anleger beeinflusst Aktienkurse und kann somit auch Trends auslösen, verstärken und umkehren (mehr Infos: Börsenpsychologie). Daher sollte man immer die allgemeine Stimmung der Anleger im Blick haben: Wie ist der Großteil der Börsianer aktuell gegenüber der Börse eingestellt? Glauben Sie momentan eher an steigende oder fallende Kurse?

Die Stimmung der Anleger kann man gut durch die Vielzahl an Börsenmedien beobachten. Denn die Medien beeinflussen die Anlageentscheidungen vieler Leute (bewusst oder unbewusst).Und je mehr positiv oder negativ berichtet wird, desto wahrscheinlicher ist eine baldige Trendumkehr (siehe auch das Solarboom-Beispiel im ganz oben verlinkten Börsentrend-Artikel).

Politische Entscheidungen: Vor allem Subventionen in bestimmten Branchen können Börsentrends auslösen. Als Beispiel kann man hier wieder die Solarbranche nennen. Denn durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Jahr 2000 wurde die Solarstromförderung finanziell stark unterstützt.

Deutsche Solarkonzerne wurden aber auch direkt subventioniert: Alleine Solarworld erhielt zwischen 2003 und 2011 staatliche Fördergelder in Höhe von 130 Millionen Dollar. Durch diese Entwicklungen kam es dann für einige Jahre zu einem Boom bei Solaraktien.

Katastrophen: Leider können auch (Natur)Katastrophen und Anschläge Aktientrends anheizen. Nach den Terroranschlägen vom 11. September waren beispielsweise einige Sicherheits-Aktien besonders heiß begehrt (also Firmen, die sich auf das Thema „Sicherheit“ spezialisiert haben).

Neue, aussichtstreiche und erfolgreiche Technologien: Diese können Trends bei Aktien der jeweiligen Branche auslösen. Beispiele: Erneuerbare Energien (Solar, Windkraft, Elektroauto, 3D-Druck etc.), Smartphones und viele mehr. Medienberichte heizen solche Trends nochmals an und machen neue Anleger auf die Gewinnchancen der neuen Aktientrends aufmerksam.

Eine starke Nachfrage: Ein klassischer Trendauslöser, der natürlich mit den zuvor genannten Punkten in Verbindung steht. Eine plötzlich stark steigende Nachfrage in einer Region, einem Land oder weltweit kann Trends auslösen. Egal, ob es sich dabei beispielweise um ein bestimmtes Produkt, einem Rohstoff oder Dienstleistungen handelt.

Steigen Sie bei Trends auch nicht zu früh aus

Bei Börsentrends gibt es nicht nur die Gefahr, dass man zu spät in einen Trend einsteigt. Viele Anleger steigen in intakten Aufwärtstrends aus Angst vor Verlusten auch zu früh aus. Man muss außerdem aufpassen, dass man in Abwärtstrends nicht zu spät aussteigt, weil man keine Verluste realisieren will.

Befolgen Sie am besten dieses Aktientrend-Motto: Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen (durch die Stopp-Loss-Funktion zum Beispiel).

Sie wollen mehr über Börsentrends erfahren? Hier ein paar Tipps

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