CFD-Beispiel & Risiko-Hinweis: CFD-Trading ist gefährlich!

Einfache Erklärungen zum CFD-Trading habe ich ja bereits in 2 anderen Artikeln gegeben (siehe Was sind CFDs? Definition zum Einstieg und Was ist CFD-Handel? Genaue Erklärung). Dort bin ich bereits darauf eingegangen, wie gefährlich der CFD-Handel ist.

Am besten kann man die Funktionsweise, die Gewinnchancen und das Risiko von CFDs jedoch an einem detaillierten Beispiel nachvollziehen:

Einfaches CFD-Beispiel

Anleger A kauft 20 Stück der Aktie XY. Anleger B 20 Short-CFDs auf die Aktie XY („Short“ bedeutet, dass Sie Gewinn machen, wenn die Aktie XY fällt).

Fall 1: Die Aktie fällt an einem Tag um -6% (von 70 auf 65,80 Euro).

Performance-Ergebnis für Anleger A (hat 20 von Aktie XY gekauft):
Investitionssumme: 20 x 70 Euro = 1400 Euro.
Verlust (% / EUR): -6% bzw. insgesamt 84 Euro.

Performance-Ergebnis für Anleger B (hat 20 Short-CFDs zur Aktie XY gekauft):
Margin (=Investitionssumme): 5% von 1400 Euro (Aktienanalagebetrag) = 70 Euro
Hebel: 20.
Gewinn (% / EUR): +120% bzw. 84 Euro.

Fall 2: Die Aktie steigt an einem Tag um +6%. Und zwar von 70 auf 74,20 Euro.

Performance-Ergebnis für Anleger A (Aktie):
Investitionssumme: 20 x 70 Euro = 1400 Euro.
Gewinn (% / EUR): +6% bzw. insgesamt 84 Euro.

Performance-Ergebnis für Anleger B (CFD auf Aktie):
Margin (=Investitionssumme): 5% von 1400 Euro (Aktienanalagebetrag) = 70 Euro.
Hebel: 20.
Verlust (% / EUR): mehr als -100% bzw. 84 Euro. Anleger B hätte in diesem 2.Fall also sogar mehr Geld verloren, als er zu Beginn des Trades als Margin bezahlen musste. Die zusätzlich verlorenen 14 Euro müsste er über sein CFD-Kontoguthaben begleichen.

Am Beispiel erkennt man gut, welch hohen Gewinne bei CFDs möglich sind. Aber man sieht auch die Gefährlichkeit des CFD-Tradings. Denn genauso groß wie die Gewinnchancen ist auch die Verlustgefahr.

Wenn sich ein CFD-Trade besonders schlecht entwickelt, kann es sogar sein, dass man nicht nur seinen kompletten Einsatz verliert (also die Sicherheitsleistung und auch das Guthaben auf dem CFD-Konto), sondern dass man im Gegensatz zu anderen Derivaten wie Optionsscheinen und Zertifikaten eventuell sogar Geld nachbezahlen muss. Die CFD-Broker versuchen zwar in so einem Fall aus eigenem Interesse vorher einen Kontrakt zu schließen, bevor ein Geldnachschießen nötig ist. Aber wenn man Pech hat, gelingt dies nicht.

Wie bei Aktien kann man beim CFD-Trading das Geld zwar mit Stoppkursen bzw. Stop-Loss absichern, so dass man im Fall einer gegensätzlichen Kursentwicklung den Verlust in Grenzen hält. Aber da kleine Kursentwicklungen bei CFDs schon große Auswirkungen haben, kann ein Stoppkurs natürlich enorm schnell erreicht werden.

Fazit: Mit CFD-Trading kann man aufgrund des hohen Risikos schnell viel Geld verlieren!

In mehren Beiträgen warne ich bereits Anfänger davor, in Derivate (Optionsscheine, Futures, Hebelzertifikate, Forex etc.) zu investieren. Aber gerade CFDs sind wegen des schwer kalkulierbaren Risikos besonders gefährlich, da die möglichen Verluste über den Totalverlust hinausgehen können. CFD-Trading ist nur etwas für erfahrene Trading-Profis, die mit den CFD-Risiken umgehen können. Anfänger sollten sich meiner Meinung nach besser auf Qualitätsaktien und -Fonds konzentrieren (Tipp! Meine Aktienstrategie: Wie man in 12 Schritten die sichersten Top-Aktien findet).

Sicher gibt es auch einige erfolgreiche CFD-Trader. So oder so scheint es aber, dass vom CFD-Handel unterm Strich hauptsächlich die CFD-Broker durch die Gebühreneinnahmen profitieren. Wer das Risiko liebt und trotz meiner Warnungen weiterhin Interesse an CFDs hat, der kann das CFD-Trading anhand eines Demokontos ohne Risiko mit Spielgeld üben (beispielsweise bei FXFlat und Lynx Broker). Hier stelle ich dazu mehr Infos zur Verfügung: Demokonto für CFD- und Forex Trading eröffnen.

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