Definition: Long Position/Short Position – Was bedeutet das?

Vielleicht haben Sie schon mal folgende Aussagen in Bezug auf die Börse gehört oder gelesen: „Long gehen“ bzw. „Short gehen“ oder „…XY Long/Short-Position eröffnet“.

Aber viele Einsteiger, die sich mit der Börse noch nicht so gut auskennen, verstehen hier nur Bahnhof und fragen sich: Was ist damit gemeint? Was hat es mit diesem Long und Short auf sich? Ich versuche mal dazu eine möglichst verständliche Definition abzugeben:

Was versteht man unter Long und Short? – Eine einfache Erklärung

1. Erklärung zu „Long“: Investoren, die long gehen und demzufolge eine Long-Position eröffnen, versuchen mit steigenden Kursen Gewinne zu erzielen. Wenn man also eine Aktie kauft, dann ist man demnach long investiert, da man hofft, mit anziehenden Aktienkursen Gewinne zu erwirtschaften. Man kann aber auch indirekt long gehen. Und zwar mit Derivaten (Definition) wie etwa Optionsscheinen und Hebelzertifikaten (Achtung: Viele Derivate sind sehr riskant und nur etwas für erfahrene Anleger!). Bei steigenden Basiswerten (das können zum Beispiel Aktien, Rohstoffe oder Indizes sein) gewinnen Long-Derivate an Wert.

2. Erklärung zu „Short“: Jetzt wird es interessant. Denn viele, die sich mit der Börse nicht auskennen, mögen vielleicht denken, dass alle Anleger bei fallenden Kursen nur Verluste machen. Dem ist aber nicht so. Wenn man nämlich short geht und eine Short-Position eröffnet, kann man mit sinkenden Kursen Gewinne erreichen (wenn die Kurse aber steigen, dann verliert man mit einer Short-Investition). Short-Handel geht wie bei einer Long-Anlage mit Aktien direkt und Derivaten indirekt:

  • Short mit Aktien direkt: Das ist das sogenannte „Leerverkaufen“ bzw. „Shortselling“. Hier verkauft man Aktien, die man noch gar nicht hat. Einfach lässt sich das an einem Beispiel erklären: Anleger A glaubt, dass die Aktie XY in Zukunft fallen wird und führt daher einen Leerverkauf zum Kurs von 50 Euro durch. Die Aktie fällt danach tatsächlich auf 40 Euro. Anleger A schließt jetzt diese Short-Position und er hat dadurch einen Gewinn von +20% erzielt.
  • Short-Derivate: Anleger gewinnen, wenn der Basiswert des jeweiligen Derivats fällt. Beispiel: Mit einem DAX-Short-Zertifikat spekuliert man auf fallende DAX-Kurse und erreicht nur dann Gewinne, wenn der DAX nach unten geht (in diesem Beispiel ist der Aktienindex DAX der Basiswert).
  • Wichtiger Hinweis: Short-Trading ist nichts für Anfänger! Schnell kann man hier deutliche Verluste erleiden.

Achtung: Statt „Long“ sagt man manchmal auch „Call“ und statt „Short“ auch „Put“. Die Fachausdrücke Call/Put bedeuten ganz einfach gesagt fast das Gleiche wie Long/Short, die Begriffe werden aber hauptsächlich bei den Finanzinstrumenten Optionen und Optionsscheinen verwendet. Beispiele: Mit einem DAX Call Optionsschein verdient man Geld, wenn der DAX steigt (fällt der DAX aber, erleidet man Verluste).  Mit einem DAX Put Optionsschein verdient man Geld, wenn der DAX fällt (steigt der DAX jedoch, macht man dagegen Verluste).

Noch etwas: So mancher Experte, der diesen Artikel vielleicht zufällig liest, wird jetzt sagen: Es gibt aber auch sowas wie „Long Put“ und „Short Call“. Ja, das stimmt. Aber das ist eine andere Geschichte und eine Erklärung dazu würde so manchen Einsteiger meiner Meinung nach verwirren. Deshalb gehe ich auf diesen Punkt jetzt nicht weiter ein ;-).

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