Definition: Was ist Forex-Trading bzw. Devisenhandel?

In den letzten Jahren hat sich Forex-Trading bzw. Devisenhandel in der Finanzwelt immer weiter ausgebreitet. Viele Anleger fragen sich: Was ist Forex-Handel überhaupt? Was versteht man darunter? Ich versuche mal eine einfache und verständliche Erklärung abzugeben.

Definition: Was bedeutet Forex? Was für Geschäfte werden hier gemacht?

Haben Sie für den Urlaub bei einer Bank schon mal Euro in US-Dollar getauscht? Dann haben Sie quasi schon mal Forex-Trading betriebenen (was ist Trading?). Aber auch nicht wirklich aus Anlegersicht. Wenn Sie weiterlesen, werden Sie erfahren warum.

Zuerst einmal eine grundlegende Erklärung: Das Wort „Forex“ bzw. „FX“ ist die Kurzform für „Foreign Exchange Market“, was auf Deutsch Währungsmarkt bedeutet. Forex-Trading ist demzufolge der spekulative Handel mit Währungen (in der Fachsprache auch „Devisen“ genannt). Man spekuliert dabei nicht auf einzelne Währungen, sondern auf die Kursentwicklung von Währungspaaren. Das können Währungspaare wie EUR/USD, EUR/GBP und USD/JPY. Beispiel: Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnt, dann steigt der Kurs des EUR/USD-Währungspaares. Genau wie andere Preise (Aktienkurse an der Börse etc.) entstehen Wechselkursänderungen durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, das sich auch bei Währungen ständig ändert. Ist ja klar, da ständig auf der Welt Privatmenschen und diverse Institutionen wie Firmen aus verschiedenen Gründen ihre eigene Währung in eine andere Währung umtauschen wollen.

Wie bei Wertpapieren versuchen Anleger beim Devisen-Trading Devisen günstig einzukaufen und später wieder teurer zu verkaufen, um Gewinne zu machen. Das klappt natürlich nicht immer, so dass genauso gut auch Verluste möglich sind. Mit Forex-Trading ist dabei nicht gemeint, wie vielleicht mancher denken mag, dass man jetzt beispielsweise 2000 Euro nimmt, diesen Betrag in US-Dollar wechselt (wie bei einem Geldwechsel für den Urlaub)… und dann hofft, dass die US-Dollars bald mehr Wert sein werden wie zum Wechselzeitpunkt ;-). Das ist zwar im Prinzip auch schon Forex-Trading, aber Anleger gehen nicht diesen umständlichen Weg, um von den Schwankungen bei den Wechselkursen Profit zu schlagen (auch, weil die Gebühren sonst sehr hoch wären).

Beim professionellen Devisenhandel wetten erfahrene Privatanleger stattdessen meistens mit gehebelten Derivaten (Definition) direkt am Devisenmarkt auf Währungskursentwicklungen. Die eigentlichen Kurse am Währungsmarkt machen natürlich vor allem institutionelle Anleger wie große Banken und Finanzinstitute, die Währungen in Millionen- und Milliardenbereich bewegen.

Was ist Forex-Trading genau? Wie und wo findet der Devisenhandel statt?

  • Forex-Trading erfolgt meist mit gehebelten Finanzinstrumenten bzw. Derivaten (zum Beispiel CFDs, Swaps, Knock-Outs; oder teilweise auch einfach „Forex“ genannt). Ohne den Einsatz von Hebeln wäre der Forexmarkt deutlich weniger attraktiv für Trader (Definition), da bei einem 1-zu-1-Umtausch von Währungen viel höhere Gebühren anfallen. Beispiel: Bei einem Hebel von 1:400 kann man das Vierhundertfache des eingesetzten Kapitals (=Margin) handeln. Der Hebeleffekt macht den Devisenhandel für Privatinvestoren enorm chancenreich, aber auch sehr gefährlich, da so schnell hohe Verluste möglich sind. Hier habe ich die Funktionsweise von Hebeln anhand eines CFD-Beispiels veranschaulicht: CFD-Beispiel & Risiko-Hinweis: CFD-Trading ist gefährlich!
  • Forex-Trading betreiben Anleger meistens über spezialisierte Forex-Broker. Varengold FX und FXFlat sind zum Beispiel 2 Forex-Broker aus Deutschland, wo man Währungen handeln kann.
  • Der direkte Devisenhandel findet nicht an einer zentralen Börse statt, sondern zwischen Banken bzw. Forex-Brokern. Diese treffen sich über das Internet am weltweiten Interbankenmarkt, wo die Währungspreise gemeinsam festgelegt werden. In diesem großen Devisenhandelsnetz versuchen die Broker die Aufträge ihrer Kunden umzusetzen. Über spezielle Handelssoftware werden dabei die gewünschten Währungsgeschäfte an die Broker weitergeleitet.
  • Wie bei anderen Derivaten kann man beim Forex-Trading auf steigende und fallende Kursentwicklungen setzen, um Gewinne zu machen. In der Fachsprache nennt man das „long bzw. short gehen“.
  • Handelszeiten: Der Forex-Markt ist von Sonntagabend bis Freitagabend durchgehend geöffnet.
  • Der Devisenmarkt gilt als größter und liquidester Finanzmarkt der Welt. Jeden Tag werden hier mehrere Billionen US-Dollar umgesetzt. Dadurch sind Kursmanipulationen kaum möglich.
  • Sogenannte Pips und Lots spielen beim Devisenhandel eine große Rolle. Was sind Pips? Mit einem Pip ist die kleinste Einheit gemeint, um die sich der Kurs eines Währungspaares ändern kann. Beispiel: Das Euro/US-Dollar-Währungspaar steigt von 1,3802 auf 1,3814. Der Wechselkurs ist somit um 12 Pips angestiegen. Gewinne und Verluste werden bei Währungen in Pips angegeben. Und was ist ein Lot? Ein Lot bezeichnet dagegen die Einheit der Handelsmenge einer Währung. Beim EUR/USD-Währungspaar ist beispielsweise ein Lot 100.000 Euro, bei GBP/USD ist ein Lot 100.000 GBP und so weiter.
  • Auch indirekter Devisenhandel ist möglich. Zum mit Beispiel mit Optionsscheinen, Futures, Hebelzertifikaten, Währungsfonds. Viele dieser Wertpapiere sind auch über die Börse handelbar. Um vom Währungshandel zu profitieren, muss man also nicht zwingend den Weg über einen Forexbroker bzw. den direkten Devisenmarkt gehen.
  • Wer mehr über den Devisenhandel lernen will, für den ist vielleicht dieses Buch etwas: Inside Forex – Devisenhandel Kompakt für Einsteiger

Mein Fazit: Devisenhandel ist sehr riskant und nur etwas für Profis

Der Forexhandel ist durch die gefährliche Hebelwirkung nichts für Börseneinsteiger. Lassen Sie unbedingt die Finger davon! Nur erfahrene Trading-Börsianer sollten sich hier meiner Meinung nach heranwagen, die gerne ein hohes Risiko eingehen sich über die Verlustgefahren voll und ganz bewusst sind. Wer trotz meiner Warnung mal selbst in den Forexhandel reinschnuppern will, kann beispielsweise bei Varengold FX und FXFlat ein kostenloses Demokonto eröffnen und Forex-Trading risikolos mit Spielgeld ausprobieren (mehr Infos: Forex Trading mit Demo-Account üben). Auf diese Weise kann sich jeder selbst überzeugen, wie schnell man hierbei viel Geld verlieren kann.