Depot wechseln: Was beachten bei der Depotübertragung?

In meinem Artikel Wie Depot übertragen? habe ich Ihnen bereits ein paar grundlegende Informationen zum Depotwechsel genannt (Wie läuft das ab? Wie lange dauert es? Was kostet es, wenn man das Depot wechseln will?) . Aber Sie sollten auch noch einige Dinge wissen, die man bei der Depotübertragung beachten sollte. Und genau darauf werde ich jetzt eingehen.

Können Anteilsbruchstücke bei einem Depotwechsel übertragen werden?

Bruchstücke von Anteilen können sich im Wertpapierdepot befinden, wenn man zum Beispiel durch einen Sparplan (Definition) regelmäßig kleinere Summen investiert hat. Die Bruchstücke werden bei der alten Bank verkauft. Aber Achtung: Meistens müssen Sie selbst dafür sorgen, dass die Bruchstücke im alten Depot verkauft werden. Leiten Sie das also in die Wege, wenn nach einem Depotwechsel noch Anteilsbruchstücke in Ihrem Depot sind. Es gibt aber auch Banken, die das für Sie bequemerweise übernehmen, wenn man zu ihnen wechselt (zum Beispiel Consorsbank, DAB bank und die ING-Diba).

Gibt es bei einer Depotübertragung steuerliche Aspekte zu beachten?

Die Steuerdaten werden beim Depotwechsel in der Regel automatisch übertragen. Alles bleibt steuerlich beim Alten, da ein Depotübertrag nicht als Verkauf gewertet wird. Sie brauchen also keine steuerlichen Nachteile befürchten. Zum Beispiel sind Wertpapiere, die Sie vor 2009 gekauft haben, auch nach einer Wertpapierdepotübertragung von der Abgeltungssteuer befreit. Trotzdem sollten Sie zur Sicherheit nach Abschluss der Übertragung prüfen, ob alles seine Richtigkeit hat und sich keine Fehler bei den Daten eingeschlichen haben (Kaufkurse, Kaufdatum etc.).

Achtung: Es gibt eine Ausnahme. Denn wenn sich der Besitzer des Depots ändert, dann wird der Depotwechsel als Verkauf gewertet und zieht dadurch alle steuerlichen Konsequenzen nach sich. Beispielsweise muss dann der alte Depotbesitzer sofort Abgeltungssteuer zahlen, wenn sich die Wertpapiere zum Depotübertragungszeitpunkt im Plus befinden. ABER: Der Depotwechsel wird nicht (!) als Verkauf eingestuft, wenn er vom Depotbesitzer als Schenkung deklariert wird. Die alte Bank muss dies jedoch dem Finanzamt melden. Das Finanzamt prüft dann, ob die Schenkung rechtmäßig ist und zieht eventuell Steuern ein.

Gibt es eine Prämie bei der neuen Bank, wenn man das Depot wechselt?

Ja, teilweise. Denn einige Banken locken Kunden mit attraktiven Prämien, damit sie zu ihnen wechseln. Zum Beispiel können das ein Geldgeschenk oder besonders hohe Tagesgeldzinsen für einen bestimmten Zeitraum sein. So eine Prämie nimmt man natürlich gerne mit (mehr zum Thema hier: Depotkonto eröffnen und Prämie erhalten).

Aber beachten Sie Folgendes: Eine Prämie sollte nicht der entscheidende Grund für einen Depotwechsel bzw. für eine Depoteröffnung sein. Wichtiger ist, dass bei der neuen Bank die Depot- und Ordergebühren niedriger sind bzw. andere Leistungen stimmen. Das sollten Sie nie vergessen wenn die Online-Broker Sie mit tollen Prämien locken bei einer geplanten Depotübertragung ;-).

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