Einfach Geld verdienen mit Aktien: Easyfolio-Test

Passives Investieren in Form von ETFs (Erklärung hier) ist aktuell in aller Anleger-Munde. Und das ist auch gut so. Denn dank dieser börsennotierten Fonds kann man günstig auf einen Schlag in Tausende Aktien investiert sein.

Aber: Es gibt Hunderte ETFs zur Auswahl. Und wenn man sich für ETFs interessiert, dann muss man sich natürlich ein paar ETFs suchen, in die man investieren will. Das ist gar nicht schwer. Trotzdem muss man sich ein wenig ins Thema „ETF“ einlesen, schon alleine wegen der verschiedenen ETF-Arten (thesaurierend / ausschüttend und physisch / synthetisch). Manche Anleger fühlen sich hier überfordert oder haben keine Zeit bzw. Lust dazu. Aber es gibt eine Lösung: Und die nennt sich „Robo-Advisor“ (zu Deutsch „Roboter-Berater“).

Durch Automatik-Fondsstrategie-Angebote langfristig einfach Geld verdienen mit Aktien!

Was ist so ein Robo-Advisor? Dahinter stecken Finanzdienstleister, die passive automatisierte Geldanlagestrategien anbieten. Oft geschieht dies dadurch, indem den Kunden „ETF-Komplettpakete“ in Form von ETF-Dachfonds angeboten werden. Diese ETF-Pakete bestehen in der Regel aus Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs in differenzierten Mischverhältnissen für unterschiedliche Anleger-Risikowünsche (Merke: Je größer der Aktienanteil ist, desto höher das Risiko). Anhand dieser fertigen ETF-Mix-Pakete für verschiedene Risikotypen wird einem die Arbeit der ETF-Suche abgenommen.

2 dieser Anbieter bzw. Robo-Advisors habe ich genauer unter die Lupe genommen: easyfolio und vaamo.

Fangen wir mit easyfolio an: Hierbei handelt es sich um ein Angebot der Extravest GmbH aus München, das aus 3 Dachfonds besteht, die Privatanleger kaufen können:.

  • EASYFOLIO30 = 30% Aktien-ETFs und 70% Anleihen-ETFs = wenig Risiko
  • EASYFOLIO50 = 50% Aktien-ETFs und 50% Anleihen-ETFs = mittleres Risiko
  • EASYFOLIO70 = 70% Aktien-ETFs und 30% Anleihen-ETFs = höheres Risiko

Jeder dieser Dachfonds hat also unterschiedliche Risikoeigenschaften. Je mehr Risiko man eingeht, desto höher sind die Renditechancen. Dafür ist die Verlustgefahr mit erhöhter Sicherheit geringer.

Wer mehr darüber wissen will, wie einfach easyfolio funktioniert, der sollte mal in dieses informative Video reinschauen:

Wie und wo kann man in easyfolios investieren?

Da es sich bei den 3 easyfolios um Investmentfonds handelt, kann man diese auch wie andere Fonds kaufen und verkaufen (sie sind sogar direkt über die Börse handelbar).

Man braucht also meist kein neues Depot, sondern kann die easyfolios einfach in ein bestehendes Wertpapierkonto kaufen. Besonders einfach und günstig geht es zum Beispiel über Online-Broker (hier stelle ich einige vor).

Wenn man noch kein Depot hat bzw. keins, wo man Fonds erwerben kann, dann besteht auch die Möglichkeit, direkt über die easyfolio-Seite (hier klicken) ein easyfolio-Depot in 3 leichten Schritten zu eröffnen.

Übrigens: Neben einer klassischen Einmalanlage (= man legt einmalig einen großen Betrag an) kann man bei vielen Direktbanken auch über einen Sparplan in easyfolios investieren (beispielsweise jeden Monat 50 Euro).

DAX vs. easyfolio: Test!

Auf finanztreff.de habe ich mal die Kursentwicklung der easyfolios mit der DAX-Performance verglichen (Zeitraum: Anfang April 2015 bis Anfang Oktober 2015 = 6 Monate). Hier das Ergebnis:dax-vs-easyfolio-testChart-Quelle: www.finanztreff.de

Man sieht: Die easyfolios spielen ihre Stärke gegenüber dem DAX dank der erhöhten Sicherheitskomponenten (=Anleiheanteil) vor allem in den Schwächephasen des DAX aus. Während der DAX etwa im abgebildeten Zeitraum um die 20% gefallen ist, hat der easyfolio30-Fonds nur circa 7% nachgegeben.

Easyfolio: Pro und Contra im Überblick

Im Folgenden habe eine Liste von einigen Vor- und Nachteilen der easyfolio-Fonds zusammengestellt:

15 Vorteile:

  • Sehr leicht zu verstehendes ETF-Fonds-Konzept (die Einfachheit fängt schon bei den erklärenden Fondsnamen an, worüber anhand der Zahl die Aktienquote bzw. Risikohöhe auf einen Blick ersichtlich ist)
  • 3 easyfolios mit 3 Risikostufen stehen zur Auswahl (siehe oben). Mit einem Online-Anlegertest kann man herausfinden, welches Risikolevel für einen am besten geeignet ist.
  • Man kommt jederzeit an das angelegte Geld ran (dazu muss man nur die gekauften easyfolio-Fondsanteile wieder verkaufen)
  • Die easyfolio-Investmentfonds sind günstiger wie die meisten (aktiv gemanagten) Mischfonds bzw. Dachfonds: Es fallen maximal 0,91% an laufenden Kosten jährlich an (=ETF-Kosten innerhalb der Fonds + TER; Stand: Februar 2015). Diese Kosten konnten kürzlich zum 2. Mal gesenkt werden und weitere Kostensenkungen bei zukünftig steigendem Fondsvolumen sind möglich. Zudem fällt bei den meisten Onlinebanken kein Ausgabeaufschlag für easyfolio-Käufe an.
  • Kein Emittentenrisiko, da man direkt in Fonds investiert (=easyfolio-Fonds sind Sondervermögen und damit auch bei einer Pleite von easyfolio sicher)
  • Kursentwicklung auf einen Blick leicht zu verfolgen (man muss nicht verschiedene ETFs überblicken, sondern nur einen Fonds im Auge behalten)
  • Man ist mit einem Wertpapier in Tausende Aktien und Anleihen investiert (= sehr gute Risikostreuung)
  • Transparente Wertezusammenstellung (auf der easyfolio-Webseite ist veröffentlicht, welche ETFs in den easyfolios drin sind)
  • Man muss sich nicht selbst ETFs zusammensuchen, sondern bekommt über die easyfolios ein ETF-Komplettpaket
  • Man muss das sogenannte „Rebalancing“ nicht selbst durchführen. Was ist Rebalancing? Darunter versteht man Umschichtungen, um die gewählte Risikostreuung aufrecht zu erhalten wenn es zu größeren Wertschwankungen bei den enthaltenen Anlageklassen bzw. Assets kommt. Das geschieht dadurch, indem zuletzt renditestarke Assets teilweise verkauft werden und zuletzt schwache Assets zu günstigen Kursen zugekauft werden. Dadurch wird verhindert, dass etwa beim easyfolio30 der Aktienanteil nicht plötzlich 40% vom Wert ausmacht. Easyfolio macht 4 Mal im Jahr ein Rebalancing.
  • Es wird nur in physisch replizierende ETFs investiert, keine Swaps (was ist das?)
  • Man braucht nicht zwingend ein neues Depot, um in easyfolios Geld anzulegen (Voraussetzung: Das Depot kann Fonds aufnehmen)
  • Man kann zwischen den easyfolios hin und her wechseln (Beispiel: Man glaubt, dass Aktien bald wieder fallen. Dann könnte man von easyfolio70 auf easyfolio30 wechseln, indem man die easy70-Anteile verkauft und vom Geld easy30-Anteile kauft)
  • easyfolio achtet darauf, nur steuereinfache ETFs zu kaufen (auf die Steuerproblematik bei Auslandsfonds gehe ich in diesem Artikel ein)
  • Positive easyfolio-Erfahrungen im Web, zum Beispiel auf bankingcheck.de

5 Nachteile:

  • Höhere Gebühren als wenn man sich selbst ein ETF-Depot zusammenstellt
  • Man ist nicht so flexibel wie bei selbst zusammengestellten ETF-Depots
  • Für kurzfristig orientierte Geldanlagen eher nicht geeignet (wichtig für den Erfolg ist ein langfristiger Horizont)
  • Der Werbespruch „Sichere Geldanlage“ weckt bei unerfahrenen bzw. unaufmerksamen Anlegern vielleicht einen falschen Eindruck. Denn das Wort „sicher“ bezieht sich auf andere Faktoren („Physisch replizierende ETFs“ und „Sondervermögen“; siehe Vorteile).
  • Der risikoarme Teil eines easyfolios ist nicht ganz so risikoarm wie es für manche scheinen mag: Es sind aktuell auch riskantere Fremdwährungsanleihen und High-Yield-Bonds (= Unternehmensanleihen mit höherem Risiko) dabei

Meine Meinung: Für wen sind die easyfolio-Fonds geeignet?

Easyfolio bietet interessante „schlüsselfertige ETF-Komplettpakete“ für faule Anleger bzw. für Leute, die es gerne möglichst einfach haben oder die es sich nicht zutrauen, selbst ETFs auszusuchen bzw. zu kaufen.

Wer nicht zu dieser Gruppe gehört, der sollte sich selbst ein ETF-Portfolio zusammenstellen. Das kostet zwar etwas mehr Zeit und Aufwand, aber man spart dafür Gebührenkosten.

Das Einzigartige an easyfolio ist jedenfalls in meinen Augen wirklich die Einfachheit. Und das ist gerade im schwer zu durchschauenden Finanzbereich viel Wert, gerade für Börsenanfänger.

Aber: Vor einem easyfolio-Investment ist zumindest ein gewisses Börsengrundlagenwissen, sofern man es nicht schon hat, ratsam. Man sollte vor allem die Risiken der Aktien-Kapitalanlage kennen und sich bewusst sein, dass auch größere Verluste möglich sind und nicht nur Gewinne. Denn Crash-Zeiten gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder mal und mit solchen möglichen Rückschlägen muss man fertig werden können (Stichwort: Börsenpsychologie).

Hinweise: