ETF-Vorteile & Nachteile: Lohnen sich ETFs?

Den Begriff ETF habe ich ja bereits hier erklärt. Werfen wir jetzt mal einen genauen Blick auf die zahlreichen Vorteile von Exchange-Traded-Funds:

9 ETF-Vorteile im Überblick

  • Einfach handelbar wie eine Aktie: ETFs kann man schnell und einfach börsentäglich an den bekannten Börsenhandelsplätzen kaufen und verkaufen. Dank der in der Regel hohen Liquidität, zumindest bei den wichtigen ETFs, erzielt man normalerweise faire Kauf- bzw. Verkaufskurse. Dieser Vorteil macht ETFs zudem flexibel, da man ein ETF-Investment jederzeit wieder in Geld umwandeln kann, ganz im Gegensatz zu einigen anderen Geldanlagen (Festgeld, geschlossene Fonds etc.).
  • Günstige Kostenstruktur: Keine oder nur sehr geringe Managementkosten, geringe Börsenhandelsgebühren und kein lästiger Ausgabeaufschlag wie bei herkömmlichen Fonds.
  • Weniger Risiko als bei einer Anlage in Einzelwerte, da man automatisch in viele verschiedene Werte investiert ist (der Fachbegriff für diesen Vorteil nennt sich „Diversifikation“)
  • Keine Suche und Analyse von einzelnen Aktien notwendig, da man mit einem ETF sein Geld auf einen Schlag in mehrere Werte auf einmal anlegt: So spart man Zeit und außerdem ist bei ETF-Investments tiefgründiges Börsenwissen weniger wichtig.
  • Einfach zu verstehen: Dank der hohen Transparenz von Indexfonds behält man leichter den Durchblick wenn man in ETFs investiert. Beispiel: Bei einem DAX-ETF weiß man sofort, dass hier die Kursentwicklung des wichtigsten deutschen Aktienindex nachgebildet wird.
  • Aktuelle Kursberechnungen: Im Gegensatz zu vielen anderen Fonds werden die ETF-Kurse in Echtzeit berechnet (wie Aktienkurse). Dadurch kann man gegebenenfalls schneller reagieren.
  • Die meisten normalen Investmentfonds schlagen den Markt nicht: Diverse Studien haben bewiesen, dass ungefähr 70% bis 90% aktiv gemanagter Investmentfonds nicht besser abschneiden als der breite Markt. Da liegt es nahe, anhand eines ETF einfach auf die Gesamtmarktentwicklung zu setzen.
  • Großer Vorteil gegenüber Indexzertifikate: Kein Emittentenrisiko! Denn ETFs sind keine Derivate. Das bedeutet: Geht der ETF-Anbieter pleite, bleibt der ETF-Wert bestehen, da es sich um Sondervermögen handelt (Zertifikate werden dagegen meist wertlos wenn der Herausgeber insolvent wird).
  • ETFs partizipieren vollständig an Dividendenerträge (bei Aktien-ETFs) und Zinseinnahmen (bei Anleihen-ETFs)

Kein Finanzprodukt hat nur Vorteile, das ist natürlich auch bei ETFs nicht anders. Aber die Nachteile sind sehr überschaubar:

3 ETF-Nachteile

  • Nicht so sicher wie etwa Tagesgeld oder ein Sparkonto: ETFs bergen natürlich je nach ETF ein gewisses Verlustrisiko, das sollte jedem klar sein. Denn die Börsenkurse können natürlich auch fallen. Dafür hat man aber deutlich höhere Renditechancen als bei den sichersten Geldanlagen. Außerdem kann man sich mit Stoppkursen gegen hohe Verluste leicht absichern.
  • Bei synthetisch nachgebildeten ETFs (Erklärung hier bei der ETF-Definition) kann es zu einem sogenannten Adressenausfallrisiko bzw. Kontrahentenrisiko kommen, wenn etwa bei einem ETF ein großer Teil Derivate oder Anleihen im Spiel sind. Das Risiko ist aber wegen der oben angesprochenen Diversifikationseigenschaft von ETFs gering. Außerdem birgt die Wertpapierleihe bei ETFs ein gewisses Risiko. Mehr Infos: ETF-Risiko – Wie sicher sind ETFs?
  • Man ist nicht direkt in die Werte, die ein ETF nachbildet, investiert. Das bedeutet: Auch bei echten bzw. nicht-synthetischen ETFs ist immer der jeweilige ETF-Anbieter zwischengeschaltet. Beispiel: Wenn man in einen DAX-ETF investiert ist, fühlt man sich nicht so sehr als Aktieninhaber als wenn man die DAX-Aktien direkt kaufen würde.

Fazit: Es verwundert nicht, dass ETFs bei Investoren immer populärer werden. Sie kombinieren viele Vorteile von Aktien (einfach, günstig und flexibel handelbar) und von Fonds (ein Finanzprodukt beinhaltet mehrere Werte) in einem Finanzinstrument. Warum aber kennen viele Anleger ETFs trotz der vielen Vorteile nicht? Wahrscheinlich ist, dass die börsengehandelten Fonds nicht gerne von Bankberatern empfohlen werden, weil die Provisionsaussichten gering sind.

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