Fertighaus oder Massivhaus? Vorteile vs. Nachteile

„Wollen wir ein Fertighaus oder Massivhaus bauen?“ Diese Frage stellen sich viele angehende Bauherren, die den Bau eines Hauses planen. Und jede der beiden Bauweisen hat ihre Vor- und Nachteile:

Fertighaus: Pro und Contra

Vorteile:

  • Die Einzelteile eines Fertighauses (meist aus Holz) werden in einem trockenen Werk vorgefertigt und müssen dann auf dem Hausstellplatz nur noch zusammengesetzt werden. Dadurch kann schlechtes und ungünstiges Wetter in der Regel deutlich seltener Probleme verursachen.
  • Die Fertighausteile werden maßgeschneidert in den Produktionshallen hergestellt. Hier stecken oft viel Erfahrung und eine bewährte Planung dahinter. Dies und eine fortschreitende Weiterentwicklung sorgen bei vielen Fertighausherstellern für eine hohe Standardqualität. Diese Produktionsweise vermindert meiner Meinung nach die Gefahr von Pfusch am Bau (ausschließen lässt sie sich aber auch hier natürlich trotzdem nicht!).
  • Durch die Trockenbauweise ist keine Trocknung notwendig wie beim Massivbau.
  • Die Qualität von Fertighäusern hat in den letzten Jahrzehnten allgemein deutlich zugenommen (Wärmedämmung, Schallschutz etc.). Selbstverständlich muss man aber dessen ungeachtet die Anbieter vergleichen, da nicht jeder Hersteller einen hohen Standard bietet.

Nachteile:

  • Die Lebensdauer einer Fertighütte wird oftmals geringer eingeschätzt als bei einem Massivhaus. Inwiefern das aber wirklich stimmt, kann nicht genau belegt werden. Außerdem gibt es immer mehr Stimmen die sagen, dass es hier in der heutigen Zeit keine großen Unterschiede mehr gibt. Ein neues gutes Fertighaus hält jedenfalls höchstwahrscheinlich auch sehr, sehr lange.
  • Oftmals etwas niedriger Wiederverkaufswert gegenüber einem Massivhaus (was wohl primär am zuvor angesprochenen Ruf der allgemeinen Fertighausqualität liegt)

Massivhaus: Pro und Contra

Vorteile:

  • Lange Lebensdauer
  • Oft höherer Wiederverkaufswert, da Massivhäuser (irrtümlich?!) von Vielen immer noch als höherwertiger eingeschätzt werden.
  • Das Gefühl in einem klassischen Stein-auf-Stein-Haus mit massiven Wänden zu wohnen (Aber: Auch in den neueren Fertighäusern kann man meist schwere Dinge problemlos aufhängen ;-)).

Nachteile:

  • Es kann eine Weile dauern bis der Rohbau steht, da schließlich Stein auf Stein gebaut wird und zudem schlechtes Wetter den Baufortschritt in die Länge ziehen kann (aber mit etwas Wetterglück und einer geschickten Planung bzw. Organisation kann das heutzutage ebenfalls richtig schnell gehen).
  • Da ein Massivhaus in Nassbauweise gebaut wird, ist eine Trocknungszeit notwendig. Achtung: Wird das Trocknen vernachlässigt, kann es früher oder später zu Schimmelbildung kommen.

HINWEIS: Man könnte sicher jeweils noch mehr Vorteile und Nachteile nennen. Ich wollte aber nur mal grob die in meinen Augen wichtigsten Punkte aufzählen. Einige der Aussagen sind natürlich diskussionswürdig, denn jeder hat andere Ansichten. Das ist mir klar und ich bin ja auch kein Experte ;-).

Fazit: Fertighaus vs. Massivhaus

Die Frage, ob Fertighaus oder Massivhaus, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Beides sind gute und bewährte Hausbauarten (gerade in den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Fertighausbereich qualitativ einiges getan). Dadurch scheint es auch keine großen Preisunterschiede mehr zu geben, wie es vielleicht einmal war.

Am besten ist es, die jeweiligen Vor- und Nachteile gegenüberzustellen und zu prüfen, was einem besonders wichtig ist. Ich selbst habe mich bei meinem Hausbauprojekt für die Fertighausbauweise entschieden. Ganz einfach aus dem Grund, weil mich die Fertighausvorteile mehr überzeugt haben. Bei vielen Anderen ist es sicher andersrum. Und das ist auch gut so. Jeder soll das bauen, wovon er überzeugt ist :-).

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