Günstiges Fertighaus bauen: Tipps!

Wie kann man ein günstiges Fertighaus bauen? Die naheliegendste Lösung, um an ein preiswertes Fertighaus ranzukommen ist, zum einen am Haus selbst zu sparen (geringe Größe, wenig Komfort etc.) oder möglichst viele Arbeiten in Eigenleistung auszuführen. Es gibt aber noch andere Wege, mit denen man Geld sparen kann. Eine gute Möglichkeit ist, durch geschickt geführte Verhandlungen Rabatte bzw. Zusatzleistungen ohne Mehrkosten rauszuholen und so ein günstigeres Angebot zu bekommen. Und dazu werde ich jetzt ein paar Tipps geben.

Verhandlungstipps, um an ein günstigeres Fertighaus zu bekommen

  • Man sollte möglichst schon vor den Verhandlungen wissen, was man für ein Haus will (Haustyp, Größe, Ausstattung etc.). So kann man gezielter verhandeln. Denn die Preise der Leistungen, die man nach Vertragsabschluss noch dazu nimmt, sind meistens nicht mehr verhandelbar.
  • Ich denke, dass ein Verkäufer normalerweise einen gewissen Verhandlungsspielraum hat, in dessen Rahmen er Preisreduzierungen bzw. Leistungen ohne Zusatzkosten gewähren kann. Und wenn man ein möglichst preiswertes Angebot erreichen will, sollte es das Ziel sein, diesen Verhandlungsspielraum so gut es geht auszureizen. Die Schwierigkeit dabei ist natürlich, dass man nicht weiß, wie weit dieser Spielraum sich erstreckt. Daher muss man in Folge der Verhandlung ein Gefühl dafür entwickeln, wie nah man ungefähr dran ist.
  • Am besten, man holt sich verschiedene Angebote zum Wunschhaus ein (Sprich: Nicht nur zu einem Hersteller gehen!). So kann man vergleichen und auch besser einschätzen, ob ein Angebot wirklich attraktiv ist. (fragen Sie sich immer: Wie viel Leistung bekomme ich hier zu welchem Preis?). Es ist auch gut, die Verkäufer wissen zu lassen, dass mehrere Anbieter im Rennen sind. Dadurch vermittelt man, dass die Berater um einen kämpfen müssen. Das erhöht die Chance, ein attraktives Angebot zu erhalten. Es schadet zudem nicht, immer wieder zu erwähnen, dass man aktuell auch mit der Konkurrenz verhandelt. Das baut unterschwellig Druck auf. Und wenn man einen Favoriten hat, sollte man das natürlich möglichst nicht durchblicken lassen in der Verhandlungsphase ;-).
  • Die Bau- und Leistungsbeschreibung gut studieren und prüfen, welche benötigten Leistungen nicht enthalten sind und dadurch Mehrkosten verursachen. Das immer wieder ansprechen. So kann man einen Berater unter Umständen verunsichern, da man die Schwachstellen kennt.
  • Einen Verkäufer dazu bringen, viel Zeit in einen zu investieren (sich beispielsweise viele Fragen beantworten lassen, Angebote durchrechnen lassen, Einzelpreise erfragen etc.). Denn je mehr Arbeit ein Berater mit einem hat, desto ärgerlicher wird es höchstwahrscheinlich für ihn, wenn der potenzielle Kunde doch noch abspringt. Mit der Zeit akzeptiert der Berater dann vielleicht eher ein für ihn schlechtes Geschäft als gar kein Geschäft. Denn erst mit der Vertragsunterschrift hat er Sie als Kunde gewonnen.
  • Meistens ist es einfacher weitere Leistungen, für die man sonst Geld zahlen müsste, ohne Mehrpreis zu verhandeln statt einen Rabatt vom Gesamtpreis rauszuholen.
  • Immer wieder signalisieren, dass man mit dem Gesamtpreis bzw. einzelnen Preisen noch nicht zufrieden ist (zum Beispiel sagen: „Das passt so noch nicht in unser veranschlagtes Budget“ oder „Warum ist die Leistung XY so teuer?“ etc.).
  • Lassen Sie sich nicht durch diverse Verkäuferstrategien unter Druck setzen und so zu übereilten Entscheidungen drängen (z.B.: „Die Preise erhöhen sich bald“, „Die Aktion XY läuft bald aus“ etc.). Als Reaktion auf so eine Masche, könnte man sagen, dass man das nicht akzeptiert und sich nicht durch so eine Art und Weise hetzen lässt bei der Entscheidungsfindung. Unterschreiben Sie erst, wenn Sie sich zu 100% sicher und zufrieden sind. Denn nach einer erfolgten Unterschrift ändert sich die Position schlagartig und Preis- bzw. Leistungsumfangverhandlungen sind in der Folge kaum noch möglich (ab da heißt es in der Regel: Mehr Leistung = mehr Kosten).

Abschließend noch 2 wichtige Hinweise:

  1. Mündliche Versprechen zählen nichts. Alles immer schriftlich im Werkvertrag fixieren, damit es später kein böses Erwachen gibt. Sonst kann ein erschwingliches Fertighausprojekt schnell ziemlich kostspielig werden, weil plötzlich unerwartete Zusatzkosten auf einen zukommen.
  2. Die oben erwähnten Punkte sind alles nur Verhandlungstipps und ich kann natürlich nicht garantieren, dass diese den gewünschten Effekt bringen. Es kommt immer auch auf den Charakter bzw. die Verkaufsstrategie des jeweiligen Beraters an bzw. auf die Beziehung zwischen Berater und Interessent an. Denken Sie also daran, dass es sich nur um Möglichkeiten für eine Verhandlungsstrategie handelt, um an ein günstigeres Fertighaus zu kommen. Außerdem lassen manche Berater kaum oder gar nicht mit sich handeln. Und ein erstes Angebot kann auch schon günstig sein, nicht immer muss zwingend Verhandeln nötig sein. Hören Sie auch auf Ihr inneres Gefühl und gehen Sie Ihren eigenen Weg bei der Entscheidungsfindung. Das A und O ist sowieso, dass Sie unterm Strich zufrieden sind.

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