Günstigster Broker? Aktiendepot-Vergleich

Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, wo man denn ein günstiges Aktiendepot eröffnen kann. Aus diesem Grund möchte ich heute 2 besonders billige Online-Broker vorstellen und ihre Konditionen vergleichen.

Günstigster Broker: Lynx vs. Onvista Bank im Aktiendepot-Vergleich

Die Discountbroker Lynx und Onvista Bank sind 2 Anbieter mit sehr attraktiven Preismodellen (beide stelle ich auch in diesem Börsenhandel-Überblick vor). Bei beiden fallen keine Depotführungskosten an. Außerdem kosten Orderänderungen, Orderstreichungen und Limitsetzungen jeweils keine Extragebühren (auch das ist wichtig). Soweit so gut, aber jetzt geht es ans Eingemachte:

Gegenüberstellung der Gebühren für Aktienkäufe und –verkäufe innerhalb Deutschlands:

  • Broker Lynx: 0,14% der Anlagesumme werden bei Lynx berechnet; die Mindestkosten pro Order betragen 5,80 Euro (Beispiel: Bei eine Aktienkaufsumme von 1000 Euro würden Kosten von 5,80 Euro anfallen, da hier die Mindestkosten greifen)
  • Onvista Bank: 5,99 Euro plus 0,23% der Anlagesumme (eine Aktienkaufsumme von 1000 Euro würde beispielsweise 8,29 Euro Gebühren ergeben)

(Info: Bei beiden kommen noch eventuelle Börsengebühren und/oder Fremdspesen dazu. Die sind aber in der Regel sehr niedrig und fallen normalerweise bei jedem Broker an.)

Wenn man sich den oberen Gebührenstrukturvergleich ansieht, dann kommt Lynx besser weg, da man hier weniger pro Order zahlen muss. Ist das Rennen damit entschieden? Ist Lnyx der günstigste Broker in diesem Aktiendepot-Vergleich?

Nein. Denn der Grund, warum ich Onvista Bank hier mit ins Rennen geschickt habe, ist das attraktive FreeBuy-Prinzip der Onvista Bank. Damit kann man unter bestimmten Bedingungen jeden Monat kostenlos eine gewisse Anzahl an Aktienkäufen tätigen (bei Verkäufen fallen die oben genannten Gebühren an).

Macht das FreeBuy-Prinzip Onvista Bank zum günstigsten Broker?

Zuerst einmal: Wie funktioniert das FreeBuy-Prinzip überhaupt? Damit kann man wie gesagt kostenlos Aktien kaufen (nur die geringen, obligatorischen Fremdgebühren fallen eventuell an).

Wie viele Gratis-Aktientrades das sind hängt vom durchschnittlichen Guthaben auf dem Verrechnungskonto ab (bei jedem Broker braucht man so ein Konto, damit die Käufe und Verkäufe abgerechnet werden können).

Bei 2.000 Euro durchschnittlichem Mindestguthaben auf dem Onvista-Bank-Verrechnungskonto pro Monat erhält man monatlich beispielsweise 2 sogenannte FreeBuys. Wenn man diese FreBuys nutzt, fallen bei Käufen die Onvista-Handelsgebühren weg (also 5,99 Euro plus 0,23%,). Für Verkaufsorders sind die FreeBuys nicht einsetzbar.

Bei größeren Summen auf dem Verrechnungskonto kann man sogar noch mehr FreeBuys abstauben. Hier die Übersicht:

>>2.000 Euro auf dem Konto: 2 FreeBuys pro Monat
>>3.000 Euro auf dem Konto: 5 FreeBuys / Monat
>>5.000 Euro auf dem Konto: 10 FreeBuys / Monat
>>10.000 Euro auf dem Konto: 15 FreeBuys / Monat
>>25.0000 Euro auf dem Konto: 30 FreeBuys / Monat

Sie sehen: Sollte man durchschnittlich mindestens 25.000 Euro auf dem Konto haben, bekommt man satte 30 FreeBuys im Monat. So viele Käufe wird ein Otto-Normal-Kleinanleger aber in der Regel sowieso nicht durchführen.

Aber Folgendes ist zu berücksichtigen: Man bekommt keine Zinsen auf dem Verrechnungskonto. Wenn man jetzt also zum Beispiel mit 1% Zinsen auf einem Tagesgeldkonto rechnet (was zum Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen schreibe, schon sehr gut ist), dann entgehen uns so bei zum Beispiel 2.000 Euro auf dem Verrechnungskonto 20 Euro Zinszahlungen pro Jahr.

Kommen wir deshalb jetzt zurück zum Aktiendepot-Vergleich Lynx vs. Onvista-Bank und schauen uns ein einfaches Rechenbeispiel an, um zu sehen, wer der günstigste Broker von den beiden ist:

Wenn man in einem Jahr bei Lynx etwa 4 Aktienkäufe zu je 5,80 Euro tätigt und 2.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto zu 1% verzinst, zahlt man 23,20 Euro an Aktiengebühren und bekommt 20 Euro Zinsen. Wenn man stattdessen 4 Käufe mit 4 FreeBuys bei der Onvista Bank durchführt (die 2.000 Euro werden hier auf dem Verrechnungskonto geparkt), dann spart man sich die 23,20 Euro und erhält keine Tagesgeldzinsen. Unterm Strich kommt man hier also bei Lynx etwas schlechter weg.

Fazit: Nach diesem Beispiel kann sich schon ab 4 Käufen an deutschen Börsen im Jahr das FreeBuy-Prinzip bei Onvista Bank gegenüber Lynx lohnen. Schade ist jedoch, dass die FreeBuys nicht für den Handel an Auslandsbörsen gelten. Wer also zum Beispiel häufig US-Aktien an US-Börsen kauft (oder gerne an anderen Börsen der Welt aktiv ist), ist eventuell mit Lynx Broker besser beraten. Beim Auslandshandel zahlt man nämlich bei Lynx weniger Gebühren als bei der Onvista Bank.

Wer Lynx bzw. Onvista Bank übrigens nicht kennt, dem lege ich diese Artikel ans Herz (beides sind renommierte Onlinebroker in Deutschland):

Noch was: Für Anleger, die besonders häufig traden, ist vielleicht ein Flatrate-Angebot interessant. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr dazu: Günstiger Online-Broker für aktive Trader?