Relative Stärke nach Levy & Co.

Wenn Sie meinen Artikel zur Momentum-Strategie gelesen haben, dann wissen Sie bereits, dass die relative Stärke einer Aktie eine der wichtigsten Varianten ist, um die Stärke einer Aktie bzw. das Momentum zu bestimmen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die relative Stärke einer Aktie zu ermitteln.

Möglichkeit 1: Bestimmung der relativen Stärke durch Gesamtmarkt-Vergleich

Man kann die relative Stärke einer Aktie bestimmen, indem man diese mit einem Index vergleicht (zum Beispiel ein Vergleich mit dem DAX). Vereinfacht gesagt ist es so: Wenn sich der Aktienkurs besser als der Index entwickelt, hat die Aktie eine hohe relative Stärke. Wenn sich der Aktienkurs dagegen schlechter als der Index entwickelt, hat die Aktie eine niedrige relative Stärke.

Möglichkeit 2: Relative Stärke nach Levy

Stark geprägt wurde die Untersuchung der relativen Stärke bzw. des Momentums durch den US-Amerikaner Robert A. Levy. Ergebnis war das Konzept der Relativen Stärke nach Levy (kurz: RSL). Die Formel: Aktueller Wochenschlusskurs geteilt durch den Durchschnitt vergangener Wochenschlusskurse eines bestimmten Zeitraums. Als Ergebnis erhält man einen Wert um 1 herum. Dabei gilt: Je höher der ausgerechnete Wert, desto besser ist der Trendverlauf. Eine Zahl über 1 ist ein Kaufkandidat (=hohe Relative Stärke), eine Zahl unter 1 ist ein Verkaufskandidat (=niedrige Relative Stärke). Levy verglich die Aktien also nicht mit einem Index, sondern stattdessen mit ihrer eigenen zurückliegenden Kursentwicklung.

Man kann verschiedene Zeiträume wählen, die jeweils eine unterschiedliche Aussagekraft haben können. Levy untersuchte mit seiner Formel 200 US-Aktien. Das beste Ergebnis lieferte laut Levy diese Konstellation: Vor allem Aktien, die in den letzten 6 Monaten deutlich gestiegen waren, steigen meist auch in den darauf folgenden 6 Monaten überdurchschnittlich deutlich an.

Möglichkeit 3: Relative Stärke Index nach Wilder

Eine weitere bekannte Variante zur Ermittlung der Relativen Stärke entwickelte Welles Wilder, und zwar den Relative-Stärke-Index (kurz: RSI). Die Formel dazu ist ein wenig komplizierter. Diese und weitere Infos zum RSI finden Sie zum Beispiel hier: aktien-strategien.blogspot.de. Aktien mit einem RSI von über 70% werden jedenfalls als „überkauft“ bezeichnet. Werte mit einem RSI unter 30% dagegen als „überverkauft“.

Wo kann man Daten von Aktien zu Momentum und Relative Stärke abrufen?

Zum Glück muss man, wenn man Anhänger der Momentum-Strategie ist, die wichtigen Zahlen nicht selbst mühsam ausrechnen. Man benötigt nur ein paar Klicks im Internet und schon hat man aktuelle Momentum- und Relative-Stärke-Daten im Überblick. Man spart so nicht nur viel Zeit, das Ganze ist bei einigen Finanzportalen auch noch kostenlos und ohne Anmeldung abrufbar.

Zum Beispiel auf onvista.de: Im Profivergleich kann man unter „4. Technische Kennzahlen“ verschiedene Momentum-Indikatoren von Aktien anzeigen lassen (zum Beispiel „Momentum 20 Tage“, „Relative Stärke Levy 20 Tage“ und „Relative Stärke Wilder 20 Tage“). Ein genialer Service, um an diese spannenden Zahlen schnell und einfach heranzukommen.

Buch-Tipp zur Momentum-Strategie bzw. Relative Stärke für tieferes Wissen: Zur richtigen Zeit im richtigen Markt: So bringen Sie Ihr Depot auf die Überholspur

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