Short gehen: Mit fallenden Kursen Geld verdienen?

Immer wieder bekomme ich mit, dass Privatanleger versuchen, mit fallenden Kursen Geld zu verdienen. Nicht selten handelt es sich dabei um Investoren, die noch wenig Erfahrung an der Börse haben. Dieses sogenannte „Short-Trading“ oder „short gehen“ ist aber meiner Meinung nach absolut nichts für Anfänger (was bedeutet short?).

Das spekulieren mit sinkenden Kursen ist viel mehr etwas für erfahrenere Börsianer, die genau wissen was sie da tun. Warum Börsendummmies vom Short-Trading besser die Finger lassen sollen, erkläre ich gleich. Zuvor für Unwissende noch ein paar Erklärungen.

Wie kann man überhaupt „Short gehen“ und so von fallenden Kursen profitieren?

Das geht im Grunde über Börsenwetten. Mit einer „Short-Wette“ gewinnt man wenn die Kurse tatsächlich fallen und verliert, wenn die Preise steigen. Als „Wettschein“ dienen verschiedene Finanzprodukte, die von den Banken angeboten werden. Allen voran diese:

Leerverkauf: Über diese auch „Shortselling“ genannte Option kann man zum Beispiel Aktien shorten. Wenn eine geshortete Aktie etwa -3% fällt, dann hat man +3% Gewinn gemacht. Hier erkläre ich das Leerverkaufsprinzip genauer: Was ist Leerverkauf?

Short-Derivate: Unter anderem beim Trading mit Forex, CFDs, Hebelzertifikaten, Futures und Optionsscheinen kann man auch auf fallende Kurse setzen. Bei diesen Finanzprodukten handelt es sich um Derivate. Mehr Infos: Was ist ein Derivat?

W-A-R-N-U-N-G: Short-Trading ist gefährlich!

Das Geldverdienen mit fallenden Kursen scheint verlockend, vor allem wenn der Gesamtmarkt (Erklärung) gerade fällt. Aber beim Shorten kann man viel Geld verlieren wenn man sich verspekuliert. Und das kann schnell passieren. Gerade (unerfahrene) Anleger, die ihre Investitionsfähigkeiten überschätzen, stehen nicht selten plötzlich mit einem hohen Verlust da. In erster Linie gehebelte Derivate (was ist ein Hebel-Derivat?) sind hier sehr gefährlich und bergen oft ein hohes Verlustrisiko.

Auch der Leerverkauf ist riskanter als es auf den ersten Blick den Anschein haben mag: Zum einen kann der mögliche Verlust theoretisch unendlich hoch sein, weil eine Aktie ja unbegrenzt hoch ansteigen kann (beim normalen Kauf einer Aktie kann man „nur“ maximal 100% verlieren). Zum anderen ist man oftmals auf bestimmte Leerverkaufsbedingungen der Bank angewiesen. Es kann beispielsweise sein, dass eine Leerverkaufsposition nur wenige Tage gültig ist. Es ist daher wichtig, immer die jeweiligen Bestimmungen zu kennen und die möglichen (unangenehmen) Folgen, die sich daraus ergeben können.

Fazit: Anfänger sollten die lauernden Gefahren beim Short-Trading nicht unterschätzen und auf diese Investitionsart am besten ganz verzichten (vor allem gehebelte Finanzprodukte bitte meiden!). Aber auch erfahrenere Anleger sollten sich bei Interesse ebenfalls genau überlegen, ob sie wirklich mit fallenden Börsenkursen spekulieren wollen und die Sache vorsichtig angehen.