Stückaktien & Nennwertaktien: Definition

Was sind Stückaktien und Nennwertaktien eigentlich? Diese beiden Aktienarten regeln die Anteilsform am Grundkapital einer Aktie. Ob es sich bei einer Aktie um Stückaktien oder Nennwertaktien handelt, ist in der Satzung der jeweiligen Aktiengesellschaft festgelegt. Hier die Erklärungen der beiden Begriffe:

Was sind Stückaktien und Nennwertaktien genau?

Nennwertaktien-Definition: Bei Nennwertaktien wird der Anteil am Grundkapital über einen bestimmten festgelegten Nennwert geregelt. Dieser Nennwert muss mindestens 1 Euro betragen. Mit dem Nennwert wird der Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft wiedergegeben. Die Nennwerthöhe kann dabei unterschiedlich hoch sein. BEISPIEL 1: 500.000 Euro Grundkapital sind auf 500.000 Aktien, mit je 1 Euro Nennwert, verteilt. BEISPIEL 2: 500.000 Euro Grundkapital sind unterschiedlich aufgeteilt, 2000 Aktien zu je 100 Euro und 2000 Aktien zu je 150 Euro Nennwert.

Seit der Euro-Einführung gibt es kaum noch Nennwertaktien (gleich mehr dazu). Nennwertaktien werden oft auch als Nennbetragsaktien bezeichnet.

Stückaktien-Definition: Bei Stückaktien gibt es im Gegensatz zu Nennwertaktien keinen festen Nennbetrag. Der Anteil am Grundkapital ist für jede Aktie gleich groß und wird beispielsweise in Prozenten ausgegeben. BEISPIEL: Von Aktie XY gibt es 5000 Aktien, das Grundkapital beläuft sich auf 500.000 Euro. Der Grundkapitalanteil pro Aktie beträgt somit 0,02% (Rechnung: 500.000 Euro / 5000 Aktien = 100 Euro pro Aktie = 0,02%). 100 Euro ist dann der theoretische Nennbetrag pro Aktie.

Weitere Infos:

  • Stückaktien gibt es hier seit der Euro-Einführung, allen voran um die Währungsumstellung einfacher an der Börse zu vollziehen (aus vielen Nennwertaktien wurden dann Stückaktien).
  • Stückaktien kann man teilweise an der Abkürzung „o. N.“ bei einer Aktienbezeichnung erkennen, unter anderem auf verschiedenen Finanzportalen im Internet (zum Beispiel bei der Porsche-Aktie auf finanztreff.de. Dort lautet die Bezeichnung so: „PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N“)
  • Diese Aktienart wird oft auch nennwertlose Aktien oder gelegentlich auch Quotenaktien genannt

Fazit: Der Hauptunterschied ist, dass Stückaktien keinen festen Wert (in Euro) wie Nennwertaktien haben (früher war dieser Wert auf dem jeweiligen Wertpapier gedruckt). Außerdem haben Stückaktien alle den gleichen Wertanteil, während das bei Nennbetragsaktien nicht unbedingt der Fall sein muss. Das klingt ein wenig verworren. Aber im Prinzip ist mit beiden Arten das Gleiche gemeint (der Anteil am Grundkapital), es wird nur unterschiedlich ausgedrückt. Aber seit es den Euro gibt, sind Nennwertaktien sowieso fast ausgestorben.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung für den Privatanleger?

Sie müssen sich hier keinen Kopf zerbrechen, da es ja keinen großen Unterschied zwischen Nennwertaktien und Stückaktien gibt. Außerdem sind wie gesagt sowieso kaum noch Nennwertaktien im Umlauf. Früher war die Bedeutung noch wichtiger als heute.

Weitere Aktienarten-Definitionen:
Stammaktien & Vorzugsaktien (Definition)
Inhaberaktien & Namensaktien (Definition)
Junge Aktien und alte Aktien (Definition)

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