Was ist ein Bausparvertrag? Definition & einfache Erklärung

Der Bausparvertrag war schon immer beliebt bei den Deutschen. Aber was ist Bausparen bzw. ein Bausparvertrag genau? Anhand meiner Definition habe ich versucht den Begriff verständlich zu erklären:

Bausparvertrag-Definition in einfachen Worten

Bei einem Bausparvertrag handelt es sich um ein Finanzprodukt von Bausparkassen, mit dem Ziel des Anlegers bzw. Bausparers später mal beispielsweise ein Haus zu finanzieren (oder Wohnung, Grundstück etc.).

Grundlage ist eine vertraglich bestimmte Bausparsumme, die erreicht werden soll (zum Beispiel 30.000 Euro). Dieser Betrag ist das Ziel des Bausparvertrages. Und um dieses Ziel auf Wunsch früher zu erreichen, kann man ab einem bestimmten Zeitpunkt, ein Bauspardarlehen aufnehmen (dazu gleich mehr).

In jedem Fall spart man in der Regel erst einmal regelmäßig, meist monatlich, einen bestimmten Betrag (genannt „Regelsparbeitrag“) auf das Bausparkonto ein. Das Guthaben darauf wird verzinst nach einem festen Zinssatz. Auch Sonderzahlungen sind üblicherweise erlaubt, um das Sparziel früher zu schaffen (Beispiel für eine Sonderzahlung: Wenn man etwa 300 Euro geschenkt bekommen hat, kann man diesen Betrag unabhängig vom Regelsparbeitrag auf das Bausparkonto überweisen wenn man will).

Die unterschiedlichen Bausparkonditionen werden übrigens je nach Bausparkasse und Bausparvertragsart bzw. -tarif vereinbart (sprich: Höhe der Guthabenzinsen, Bausparsumme, ev. Zinsbonus, Darlehensbedingungen etc.).

Achtung: Bei Vertragsabschluss fällt meistens eine Abschlussgebühr an (meist ca. 1% der Bausparsumme). In den letzten Jahren gab es aber vermehrt Diskussionen, ob diese Gebühr überhaupt zulässig ist (auch Gerichte haben sich damit befasst). Diese Gebühr wird aber von vielen Bausparkassen nach Erfüllung des Bausparvertrages Am Ende zurückerstattet (teilweise aber nur wenn man das Darlehen nicht in Anspruch nimmt).

Bausparvertrag-Zuteilung: Was ist das? Was ist zu beachten?

Wenn ein Bausparvertrag nach vielen Jahren dann „reif“ für die Auszahlung ist, nennt sich das in der Fachsprache „Zuteilung“. Hier einige grundlegende Fakten dazu:

  • Eine der wichtigsten Fragen für Bausparinteressierte: Wann wird ein Bausparvertrag zugeteilt und damit ausbezahlt? Ein Bausparvertrag ist unter bestimmten unterschiedlichen Bedingungen des Bausparvertrages zuteilungsreif (in die jeweiligen AGBs schauen!). Einer der entscheidenden Punkte ist das Mindestsparguthaben: Oft ist es so, dass die Zuteilung erreicht ist, wenn mindestens um die 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme angespart ist (Beispiel bei mind. 50%: Bei einer Bausparsumme von 30.000 Euro ist eine Zuteilung ab einem angesparten Betrag von 15.000 Euro möglich). Man kann sich dann das Guthaben auszahlen lassen (und das Darlehen nehmen wenn man möchte) oder weitersparen bis die komplette im Vertrag vereinbarte Bausparsumme erzielt ist.
  • Man bekommt bei Zuteilungsreife die Option ein Darlehen aufzunehmen (die Darlehenshöhe ergibt sich in der Regel aus der Differenz von Bausparsumme und dem gesamten Sparguthaben). Man muss aber normalerweise nicht zwingend ein Darlehen aufnehmen (oder auch erst später). Man kann sich stattdessen auch nur das Sparguthaben auszahlen lassen. Sollte man danach immer noch auf eine Zuteilung verzichten und das Sparen fortsetzen wollen, kann man dies womöglich tun (in die Vertragsbedingungen schauen; etwa den Bausparvertrag „übersparen“ oder die Bausparsumme erhöhen etc.)
  • Wenn man ein Bausparvertrag vor dem Erreichen der Zuteilung kündigt (was jederzeit möglich ist), kann man auch schneller auf das bislang angesammelte Sparguthaben zugreifen. Aber man muss dann meist auf eventuelle Bonuszinsen oder vermögenswirksame Leistungen, also etwa staatliche Zuschüsse wie etwa die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage, verzichten. Auch der Darlehensanspruch fällt nach einer Kündigung natürlich weg.
  • Man sollte bedenken, dass die Auszahlung nach erfolgter Zuteilung oft einige Monate dauert und meist nicht sofort stattfindet.

Zum Abschluss nochmal der wichtige Hinweis, dass die AGBs des jeweiligen Bausparvertrags die unterschiedlichen Konditionen regeln. Meine obere Erklärung liefert nur eine grobe Definition des Begriffs und Inhalte daraus können für manche Bausparverträge nicht zutreffen. Lesen Sie sich also unbedingt vor einem Bausparvertragsabschluss die Geschäftsbedingungen durch (prüfen Sie welche Zuteilungsvoraussetzungen vorliegen müssen, wie hoch die Abschlussgebühr ist usw.). Und lassen Sie sich Unklarheiten bitte von Ihrem Bausparberater erklären, so dass Sie es verstehen.

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