Was sind aktiv gemanagte Fonds und passiv gemanagte Fonds?

Es gibt viele verschiedene Fondsvariationen. Zum Beispiel Aktienfonds, Rentenfonds und Mischfonds (siehe Fondstypen). Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal innerhalb einer Fondsart stellen aktiv gemanagte und passiv gemanagte Investmentfonds dar. Ich erkläre, wo der Unterschied zwischen aktiven und passiven Fonds liegt. Am Ende des Artikels verrate ich außerdem, welche der beiden Fondsgattungen in meinen Augen zu bevorzugen ist.

Was sind aktiv gemanagte Fonds? Definition:

Bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds entscheidet ein Fondsmanager (oder mehrere), welche Wertpapiere innerhalb eines Fonds gekauft bzw. verkauft werden. Dabei wird das Ziel verfolgt, eine möglichst hohe Rendite für die Anleger des Fonds zu erreichen.

Damit Fondsanleger Erfolg bzw. Misserfolg eines Investmentfonds besser einschätzen können, wird in der Regel fortlaufend gemessen, wie ein Fonds abzüglich der Kosten gegenüber einem Vergleichsindex (auch „Benchmark“ genannt) abschneidet. Bei Aktienfonds etwa ist der Vergleichsindex oft ein wichtiger Aktienindex, mit dem sich der entsprechende Fonds von der Anlagethematik her möglichst gut vergleichen lässt.

Hier ein Beispiel zur besseren Erklärung: Bei dem aktiv gemanagten Fonds XY hat der Fondsmanager die Aufgabe, die Fondsgelder in große deutsche Aktien zu investieren. In so einem Fall lässt sich der Investmentfonds am besten mit dem wichtigsten deutschen Aktienindex DAX (hier erklärt) vergleichen.

Auf großen Börsenportalen kann man unter anderem leicht herausfinden, gegen welchen Vergleichsindex ein Fonds „antritt“. Wenn man beispielsweise auf finanztreff.de einen bestimmten Aktienfonds aufruft, dann erfährt man unten unter dem Punkt „Fondsperformance“ den Namen des jeweiligen Vergleichsindex und wie der Fonds in den letzten Jahren gegen ihn abgeschnitten hat.

++ NEU! Möglichst unkompliziert in Fonds einsteigen: MoneYou-Angebot für Fonds-Einsteiger ++ (Werbelink)

Aktive Fonds verursachen einen gesteigerten Verwaltungsaufwand und dadurch auch höhere Kosten für die Fondsanleger. Das ist so, weil das Fondsmanagement viel Zeit, Analysearbeiten und Mittel einsetzen muss, um erfolgreich zu sein. Auch die oft hohen Transaktionskosten für Umschichtungen innerhalb des Fonds (wenn der Fondsmanager Wertpapiere kauft bzw. verkauft), Fondsbetriebskosten (Infoprospekte, Werbung etc.) und weitere Kostenpunkte verteuern aktiv gemanagte Fonds. Mehr Infos: Fondskosten im Überblick (TER & Co.)

Was sind passiv gemanagte Fonds? Definition:

Bei passiv gemanagten Investmentfonds handelt es sich um sogenannte Indexfonds (Erklärung hier). Hier ist also kein Fondsmanager am Hebel, der versucht, eine möglichst hohe Rendite rauszuholen. Stattdessen wird bei einem passiven Fonds meist ein wichtiger Index (Definition) nahezu 1 zu 1 computergesteuert nachgebildet. Auf dem Aktienmarkt kann das zum Beispiel der DAX oder der Dow Jones sein (so kann man im Grunde die Entwicklung des DAX mit dem eigenen Geld nachhandeln).

Passive Fonds bilden häufig genau die Kursperformance der Vergleichsindizes bzw. Benchmarks nach, die die aktiv gemanagten Fonds versuchen zu schlagen (aber zum Großteil daran scheitern, dazu gleich mehr).

Dieses „Passiv-Anlageprinzip“ macht passive Fonds transparenter als aktive Fonds, da die Strategie hier eindeutig vorgegeben ist (Anlageziel ist die Nachbildung eines Index). Die Strategie eines aktiv geführten Fonds zu durchschauen, ist dagegen oftmals deutlich schwieriger, allen voran für einen Otto-Normal-Anleger.

Mit „Indexfonds“ sind übrigens heutzutage vor allem „Exchange Traded Funds“ (kurz: ETFs; hier erklärt) gemeint. Das sind börsennotierte Fonds. Mehr Infos und Erklärungen zu ETFs für Einsteiger findet man in meinem ETF-Ratgeber.

Ach ja: Passiv gemanagte Fonds sind deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, weil der Management- bzw. Verwaltungsaufwand deutlich geringer ist und auch die sonstigen Kosten niedrig sind. Mehr Infos: ETF-Kosten im Check.

Aktive Fonds vs. Passive Fonds: Welche Investmentfonds sind besser?

Meiner Meinung nach sind passive Fonds auf jeden Fall zu bevorzugen. Das hat vor allem 2 glasklare Gründe:

  1. Aktive Fonds schlagen auf lange Sicht selten den Gesamtmarkt (abzüglich der Kosten), laut diverser Studien nur ca. 20%. Das bedeutet, dass durchschnittlich 4 von 5 aktiv gemanagten Investmentfonds schlechter abschneiden als der große Markt (DAX, Dow Jones & Co.). Warum sollte man also überhaupt versuchen, die Indizes zu schlagen? 😉
  1. Passive Fonds sind deutlich günstiger (wie bereits angesprochen): Es muss kein Fondsmanagement teuer bezahlt werden, denn die Anlagestrategie gibt automatisch der jeweilige Index vor, der vom Fonds nachgebildet wird.

ACHTUNG: Viele Anleger haben trotz der vielen Vorteile gegenüber aktiv gemanagten Fonds noch nie etwas von passiven Fonds bzw. ETFs gehört. Warum ist das so? Warum sind ETFs im Grunde immer noch Anlage-Geheimtipps? Ganz einfach: Passive Fonds werden von Bank-Anlageberatern kaum empfohlen, da die Provisionen hier deutlich niedriger sind als bei aktiv gemanagten Fonds. Es wird also vor allem Abseits des Internet kaum Werbung für die passiv geführten ETFs gemacht.

Artikel-Tipps: