Was sind Genussscheine? Definition & Erklärung

Was sind Genussscheine? Ich möchte zu diesem Begriff für Unwissende mal eine Definition abgeben. Genussscheine werden meist von diversen mittelständischen Unternehmen ausgegeben und sind vereinfacht gesagt eine Kombination aus Anleihen (Definition) und Aktien. Sie stellen daher sowohl Eigenkapital (Eigenschaft einer Aktie), als auch Fremdkapital dar (Eigenschaft einer Anleihe).

Wie bei Anleihen hat man bei Genussscheinen einen Anspruch auf Nennwertrückzahlung und jährliche Zinszahlungen. Beides ist aber nicht garantiert. Denn im Gegensatz zu Anleihen ist die Ausschüttung bei Genussscheinen von der Höhe des Unternehmensgewinns abhängig. Oft ist man außerdem auch an einem eventuellen Verlust beteiligt (oft bis zur Höhe des Einsatzes). Wenn man Pech hat, bekommt man daher am Ende der Laufzeit kein Geld zurück und sitzt auf einem Totalverlust. Für dieses erhöhte Risiko hat man dafür in der Regel aber auch höhere Renditen als etwa bei Anleihen.

Weitere Erklärungen und Informationen zu  Genussscheinen

  • Es gibt verschiedene Genussscheintypen. Firmen sind zudem bei der Gestaltung nicht durch gesetzliche Vorschriften eingeschränkt. Daher sollte man vor einer Investition in einen Genussschein die Bedingungen genau durchlesen und verstehen. Oft ist der Aufbau aber komplex und für einen Otto-Normal-Anleger nicht leicht zu durchschauen. Es gibt beispielsweise Genussscheine mit fester Laufzeit und unbegrenzter Laufzeit (meist ist diese jedoch begrenzt).
  • Genussscheine werden zu unterschiedlichen Kursen an der Börse gehandelt (Die Börse Stuttgart bietet hierbei das größte Genussscheinangebot).
  • Genussscheininhaber besitzen keine Mitspracherechte und damit auch kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung (so wie das bei den meisten Aktien der Fall ist).
  • Damit eine Firma Genussscheinen ausgeben kann ist eine Dreiviertelmehrheit in der Hauptversammlung nötig.
  • Genussscheine können von Land zu Land unterschiedliche Eigenschaften haben (in der Schweiz gibt es zum Beispiel andere Genussscheinregeln wie in Deutschland).

Fazit: Genussscheine sind oft gefährlich und nichts für unerfahrene Einsteiger

Genussscheine sind meiner Meinung nach schwer einschätzbar und daher zu riskant (trotz der erhöhten Renditemöglichkeiten). Lassen Sie sich daher nicht von den hohen Zinsaussichten in der Werbung dieser genüsslichen Papiere blenden. Wenn die ausgebende Firma nur einen geringen Gewinn erzielt, bekommt man nämlich als Genussscheininhaber auch nur wenig Zinsen. Und bei einem Verlust muss man komplett auf Zinszahlungen verzichten. Außerdem besteht wie bereits erwähnt ein Totalverlustrisiko.

Vor allem Börsenanfänger sollten daher besser auf eine Investition in diese Anlageform verzichten. Sinnvoller ist es, stattdessen auf solide Qualitätsaktien (Tipp unten beachten) oder Anleihen zu setzen, oder beides. Wer sich trotzdem für Genussscheine interessiert, sollte zumindest vor der Anlage den Genussscheinherausgeber und die jeweiligen Konditionen sehr genau prüfen.

Artikel-Tipp:

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