Welche Aktien kaufen?

Welche Aktien kaufen? Einsteigerinfos

Die Frage aller Fragen an der Börse lautet: Welche Aktien kaufen? Es gibt inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, um aussichtsreiche Aktieninvestments zu finden:

Sollte man am besten selbst auf Aktiensuche gehen und Aktien analysieren? Oder kann man auf Aktientipps von Experten vertrauen? Und lohnen sich Fonds, ETFs oder Social Trading als alternative bequemere Aktienanlage wenn man nicht in Einzelaktien investieren will? Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Vorab noch ein Hinweis: Im 3. Kursteil meines 7-teiligen Aktien-Einsteiger-Kurses (mehr erfahren) gehe ich deutlich ausführlicher auf das Thema „Welche Aktien sollte man kaufen?“ ein.

Welche Aktien jetzt kaufen? 5 Tipps und meine Meinung dazu

Im folgenden Beitrag stelle ich einen Überblick zu 5 verschiedenen Möglichkeiten vor und sage zu jeder Option meine persönliche Meinung.

Doch bevor wir starten, möchte ich noch 2 Dinge loswerden:

1. Aktienempfehlungen nach dem Motto „Kaufen Sie die Aktien X, Y und Z, weil die Kurse demnächst explodieren“ finden Sie hier nicht. Warum? Zuerst einmal bin ich kein Anlageberater. Außerdem ist es der völlig falsche Ansatz, ohne Strategie im Netz planlos nach kostenlosen Aktientipps zu suchen. Das ist ein Börsenfehler, den man unbedingt vermeiden sollte (Artikel-Tipp: Warum eine Aktienstrategie wichtig ist inkl. Strategie-Tipps für Einsteiger).

Auch andere Fehler gilt es zu umgehen. Die meisten Anleger erleiden Verluste mit Aktien, weil sie über die gängigen Börsengefahren nicht Bescheid wissen. Ganz wichtig daher: Gefahren kennen und aus dem Weg gehen. Diese Vorgehensweise bewahrt Sie zu einem großen Teil davor, sich die falschen Aktien bzw. Wertpapiere ins Depot zu legen. Sehr wichtig ist beispielsweise auch der Anlagehorizont. Denn vor allem langfristig ist die Aktienanlage lohnenswert und weniger riskant im Vergleich zu kurzfristigen Investments (Beweis hier).

2. Viele denken immer noch, dass es sehr schwer und zeitintensiv ist, um mit Aktieninvestments an der Börse erfolgreich zu sein. Und, dass nur Profis mit langjähriger Erfahrung Gewinne an der Börse machen können. Das ist aber keinesfalls so. Es gibt im Grunde für jeden Anlegertyp eine geeignete Aktienanlage-Methode.

Das bedeutet, dass auch „bequeme Anleger“ sehr gute Chancen haben an der Börse langfristig eine ordentliche Rendite zu erzielen, ohne viel Zeit investieren zu müssen (siehe Tipp 5 weiter unten).

Aber jetzt zu den versprochenen 5 Tipps, um hoffentlich profitable Aktienanlagen zu finden:

1. Selbst Aktien analysieren

Eine Methode, um gute Aktien aufzuspüren bzw. auszuwählen, ist die eigene Aktienanalyse. Man sucht sich dafür eine vielversprechende Anlagestrategie und untersucht Aktien nach bestimmten Kriterien hinsichtlich ihrer Stärke bzw. Renditechancen. Allen voran die Fundamentalanalyse und die Technische Analyse sind bekannte Analysearten, auf die viele Aktienstrategien aufbauen. Basisinfos zu Börsenstrategien habe ich hier im 1×1 zusammengefasst.

Meine Meinung: Ich empfehle vor allem diesen Weg wenn man aktiv statt passiv investieren will (was ist das?) und selbst auf der Suche nach einzelnen starken Qualitätsaktien ist (in der Fachsprache „Stock-Picking“ genannt). Denn das Beste ist, wenn man sich dabei auf sich selbst und die eigenen Analysen verlässt.

Aber: Wenn man selbst Aktien erfolgreich analysieren möchte, ist es Grundvoraussetzung, ein gewisses Börsenwissen zu erlernen. Neben komplizierten Aktienstrategien bzw. Analyse-Methoden, die mehr Wissen und Zeit brauchen, gibt es aber auch einfachere und stressfreiere Börsenstrategien, wo weniger Wissen notwendig ist.

2. Aktien-Tipps aus dem Internet

A. Kostenlose Aktienempfehlungen von Börsenseiten und Newslettern

Wertpapieranalysen und Einschätzungen zu Aktien gibt es im Internet wie Sand am Meer. In erster Linie natürlich auf diversen Finanzseiten bzw. Börsenblogs und über zahlreiche E-Mail-Newsletter. Meistens findet man bei den seriösen Quellen aber keine genauen Handelsempfehlungen (sprich: Zu welchem Kurs man am besten einsteigen soll etc.).

Meine Meinung: Diese frei zugänglichen Analysen sind eher als Vorschläge für erfahrenere Privatanleger anzusehen, die bei Interesse selbst die eine oder andere Aktie nochmal näher untersuchen um zu prüfen, ob sich eine Investition lohnt.

ACHTUNG: Bei konkreten Aktientipps aus dem Netz sollte man sehr skeptisch sein, da hier nicht selten schwarze Schafe am Werk sind. Viele unerfahrene Aktien-Anfänger sind schon leichtgläubig auf falsche Tipps reingefallen.

Vor allem im Internet, aber auch per FAX/Postbrief oder Telefonanruf, sind regelmäßig unseriöse Aktienempfehlungen im Umlauf. Hier sollen unwissende Aktienanfänger mit großen Gewinn-Versprechen zum Kauf von schlechten Aktien getrieben werden. Dass die Aktien eigentlich Schrott sind, wird in solchen unseriösen Aktienanalysen natürlich verschwiegen. Oft steigen diese schlechten Aktien dann kurzzeitig an, um kurz danach wieder rapide zu fallen. Erkennen Sie unseriöse Aktientipps und meiden Sie diese! Mehr Einzelheiten: Bei diesen Aktientipps aufpassen

Denn ein guter Aktienexperte gibt in der Regel keine kostenlosen Top-Aktientipps raus. Warum sollte er auch? Oder er veröffentlicht seine Empfehlungen über einen Börsenbrief, wo er für seine Tipps gutes Geld verdient:

B. Aktientipps von Börsenbriefen

Vereinfacht gesagt versteht man unter einem Börsenbrief Folgendes: Ein Aktienexperte gibt Privatanlegern per E-Mail regelmäßig Aktientipps. Die Ausgaben erscheinen meist im PDF-Format. Wenn man so einen Börsendienst nutzen will, muss man dafür bezahlen. Die Preise schwanken dabei stark (circa zwischen 2 und 20 Euro pro Ausgabe).

Meine Meinung: Viele Börsenbriefe taugen nichts. Es gibt jedoch ein paar Börsentippdienste, die ihr Geld wert sind. Aber es ist gar nicht so leicht so einen zu finden. In jedem Fall sollte man bei der Auswahl in erster Linie darauf achten, dass es den Brief schon länger gibt (nicht nur ein paar Wochen oder Monate) und er gute Empfehlungen publiziert, die man ohne Probleme nachbilden kann.

Mehr Infos zu Börsenbriefen und was man sonst noch alles beachten sollte, habe ich auf diesen beiden Seiten veröffentlicht: Was taugen Börsenbriefe wirklich? und Börsenbriefe-Test: Die 10-Punkte-Checkliste.

  • TIPP für alle, die einen Börsenbrief suchen: Den Börsendienst Rendite-Spezialisten halte ich für interessant und seriös. Ich habe ihn genau unter die Lupe genommen. Dort gibt es 2 Aktiendepots, die man als Leser 1 zu 1 nachbilden kann. Bei diesen Depots werden hochwertige Qualitätsaktien empfohlen, die mittel- bis langfristig eine starke Rendite in Aussicht stellen. Hier habe ich mehr Infos zum Börsenbrief parat: Rendite-Spezialisten: Mein Test (2 Teile). Dort sind auch 2 Probeausgaben zur Gratis-Ansicht verlinkt!

3. Aktienanalysen von Banken

Auch Banken erstellen Aktienanalysen, die regelmäßig erscheinen und vom Umfang her eher kurz gehalten sind. Jede Aktie bekommt dabei ein Urteil: 1. Kaufen (bzw. „buy“), 2. Verkaufen (bzw. „sell“), 3. Halten (bzw. „hold“). Diese Wertpapieranalysen kann man zum Beispiel unter dem Menüpunkt „News & Analysen“ auf folgenden Finanzportalen abrufen: finanzen.net, finanztreff.de und onvista.de. Ausführliche Infos habe ich hier parat: Wertpapieranalysen von Banken

Meine Meinung: Die Analysen und Handelsempfehlungen der Banken sind sicherlich informativ, aber man sollte sich besser nicht nur auf diese verlassen und 1 zu 1 danach handeln. Denn hier stehen teilweise eigene Interessen dahinter, weil auch Banken selbst in Aktien investieren.

4. Aktientipps aus Börsenzeitschriften und Finanzmagazinen

Aktienanalysen von Börsenexperten erscheinen auch in diversen renommierten Finanzmagazinen, die im Zeitschriftenregal zu finden sind. Zum Beispiel Focus Money, Der Aktionär, Börse Online, und Wirtschaftswoche. Diese Zeitschriften gibt es schon seit vielen Jahren und gelten als seriös.

Meine Meinung: Wer sich für die Börse interessiert, sollte sich die genannten Finanzzeitschriften auf jeden Fall einmal genauer ansehen. Anfängern würde ich aber nicht dazu raten, den Aktientipps darin blind zu folgen. Ich finde, die Aktienanalysen sind eher etwas für Investoren, die auch selbst Aktien analysieren und einschätzen können (siehe Tipp 1). Diese Magazine sind folglich sehr gut dafür geeignet, um interessante Aktienpapiere zu entdecken, die man aber vor einem Investment selbst nochmal unter die Lupe nimmt.

5. Aktienfonds, ETFs und Social Trading

A. Social Trading: Geld investieren wie die besten Privatanleger

„Social Trading“ ist ein neuer Geldanlage-Trend, den es erst seit ein paar Jahren gibt. Was versteht man darunter? Auf Social-Trading-Webseiten kann man die gleichen Gewinne (oder Verluste) erreichen wie andere Privatanleger mit ihrem Depot.

Man kauft und verkauft also indirekt automatisch die gleichen Aktien bzw. Wertpapiere (bei Wikifolio funktioniert das etwa über Zertifikate). Das Prinzip ähnelt im Grunde dem von Investmentfonds (siehe nächster Absatz). Anstatt Fondsmanager sind es hier aber private Trader. Mehr Einsteigerinfos: Lohnt sich Social Trading?

Meine Meinung: Social Trading ist eine spannende Sache. Leider gibt es aber noch keine langjährigen Erfahrungen mit dieser Anlageoption. Daher rate ich bei Interesse vorsichtig kleinere Summen anzulegen anstatt nur darauf zu setzen.

B. Aktienfonds: Mehrere Aktien in einem Paket

Wenn man Anteile eines Aktienfonds (Erklärung) kauft, ist man automatisch auf einen Schlag in mehrere Aktien investiert. Betreut werden Fonds von einem Fondsmanager, der entscheidet, welche Aktien in den Fonds aufgenommen werden. Es gibt viele verschiedene Aktienfonds. Mehr Fonds-Wissen: Investmentfonds-Ratgeber für Anfänger

Meine Meinung: Aktienfonds sind eine tolle Aktienanlage-Alternative für Leute, die keine Lust oder Zeit haben, einzelne chancenreiche Aktien zu suchen. Leider schlagen laut mehrerer Studien die meisten aktiven Aktienfonds nicht den Gesamtmarkt (sprich: DAX, Dow Jones etc.). Zudem muss man bei Aktienfonds höhere Gebühren in Kauf nehmen. Sinnvoller sind daher in meinen Augen passive Fonds, damit sind vor allem Indexfonds bzw. die sogenannten Exchange-Traded-Funds, kurz „ETFs“, gemeint. Mehr dazu im nächsten Absatz:

C. ETFs: Einfach DAX, Dow Jones und Co. kaufen

ETFs sind börsennotierte Indexfonds. Mit diesen Wertpapieren kann man in erster Linie ganz einfach diverse Indizes nachbilden. Mit einem DAX-ETF ist es zum Beispiel möglich, die Kursentwicklung des DAX zu kopieren. Man erzielt dann mit der eigenen ETF-Anlagesumme die gleichen Gewinne/Verluste wie der DAX.

Die Gebühren bei ETFs sind meistens sehr günstig, da kein aktiver Fondsmanager bezahlt werden muss. ETFs sind demzufolge von den Kosten her in der Regel deutlich billiger als Aktienfonds. Ausführliches Einsteigerwissen zu ETFs: Was ist ein ETF genau? und mein ETF-Ratgeber.

Meine Meinung: Die verrate ich im folgenden Fazit!

Fazit: Welche Aktien kaufen? – Mein persönlicher Rat

Ich persönlich empfehle in erster Linie, sich eine gute Aktienstrategie mit langfristigem Anlagehorizont zu suchen und damit selbst einzelne aussichtsreiche Qualitätsaktien aufzuspüren. Das ist gar nicht so schwer und zeitaufwändig, wie so mancher Börseneinsteiger denken mag. Es gibt vernünftige Strategien, die einfach und stressfrei mit geringem Zeitaufwand umsetzbar sind.

  • TIPP 1: Ich habe selbst eine Strategie entwickelt, die genau an diese Bedürfnisse angepasst ist. Diesen einzigartigen Aktienauswahl-Ansatz stelle ich in einem eBook vor: Wie man in 12 Schritten die sichersten Top-Aktien findet (mehr Infos hier).
  • TIPP 2: Wer unsicher ist bei der Aktiensuche, der kann sich auch Expertenhilfe holen. Da gute Anlageberater meist sehr teuer sind, eignet sich hier in meinen Augen eher ein seriöser E-Mail-Börsendienst mit starken Anlageempfehlungen. Leider sind in diesem Bereich viele Angebote ihr Geld nicht wert (schwache Tipps, zu hohe Kosten etc.). Guten Gewissens kann ich jedoch den qualitativ hochwertigen und preiswerten Brief Rendite-Spezialisten empfehlen, den ich hier getestet habe.

Für bequemere Anleger, die auf keinen Fall in Einzelaktien investieren wollen (warum auch immer), sind dagegen „fertige Aktien-Pakete“ bzw. Aktienfonds eine sinnvolle Alternative, insbesondere ETFs. Mit ETFs kann man etwa einfach und kostengünstig die Kursentwicklung großer Indizes wie etwa DAX und Dow Jones nachbilden.

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welchen Aktienanlage-Weg er gehen möchte. Natürlich muss man sich nicht zwingend auf eine der oberen Möglichkeiten beschränken. Man kann sich auch selbst einen „Aktien-Investment-Mix“ nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen (zum Beispiel zu 70% in einzelne Aktien und zu 30% ETFs, oder andersrum oder 50/50 usw.). Ganz wie man möchte.

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