Risiko Aktien & Co: Welche Gefahren lauern beim Börsenhandel?

Risiko-Aktien-und-Boerse

Das Risiko beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren sollten Börsenanfänger unbedingt im Hinterkopf haben. Viele Anleger denken aber beim Thema Aktien und Börse in erster Linie an die Gewinnmöglichkeiten. Die zahlreichen Verlustgefahren werden dabei leider schnell vergessen, gerade wenn hohe Renditen in Aussicht sind.

Die gute Nachricht ist, dass man den meisten Risiken relativ leicht aus dem Weg gehen kann. Man muss sie nur kennen:

Vermeide als Anfänger folgende
12 Gefahren, die an der Börse lauern

GEFAHR 1:
Man hat keine Anlagestrategie und kauft planlos aus dem Bauch heraus irgendwelche Aktien, die man interessant findet.

Ohne eine starke Aktienstrategie ist es sehr schwer, erfolgreich an der Börse zu sein. Außerdem kann es schwerwiegende Folgen haben, auf keine bzw. die falsche Strategie zu setzen (siehe einige der folgenden Gefahren als Beispiele). Tipp: Meine eigene Aktienauswahl-Strategie, die einfach und stressfrei ist, stelle ich in einem eBook vor: Wie man in 12 Schritten die sichersten Top-Aktien findet (hier mehr Infos).

GEFAHR 2:
Man verzichtet auf Stoppkurse beim Aktienhandel.

Diesen Fehler machen viele unerfahrene Börseneinsteiger. Bitte verwendet unbedingt Stoppkurse beim Börsenhandel, um dadurch größere Verluste automatisch zu vermeiden. Die Verwendung von Stopps ist sehr einfach. Man muss nur wissen, wie es funktioniert.

Viele Privatanleger nutzen keine Stopps und verlieren so unter Umständen bei einem starken Kursrutsch viel Geld. Gerade in Krisenzeiten haben unzählige Aktionäre durch den Verzicht auf Stoppkurse große Verluste erlitten. Mein Rat. Setzt Stopps, um eure Aktien abzusichern. Mehr Infos: Was sind Stopps? Wie benutz man sie?

GEFAHR 3:
Man lässt sich von unseriösen Aktientipps zum Kauf schlechter Aktien verleiten.

Ein unheimlich wichtiges Börsenthema! Schwarze Schafe der Finanzbranche versuchen hier immer wieder naive Investoren abzuzocken. Auf diese Weise haben viele unerfahrene Anleger schon viel Geld verloren. Dieser brisanten Sache habe ich daher einen eigenen Beitrag gewidmet, den ihr unbedingt lesen solltet: Vorsicht vor diesen Aktien-Kaufempfehlungen!

GEFAHR 4:
Man investiert das Geld nur in 1 oder 2 Aktien (oder andere Wertpapiere).

Tut das nicht! Denn so erhöht sich das Risiko, Verluste zu machen und kein Geld mit Aktien zu verdienen. Kauft stattdessen besser mindestens circa 10 verschiedene Aktien. So teilt ihr das Risiko auf mehrere Aktien auf. Am besten lässt sich das Ganze an einem einfachen Beispiel veranschaulichen:

Fall 1: Herr A. kauft für 3000 Euro nur eine einzige Aktie (= Aktie A). In den darauf folgenden Wochen fällt diese Aktie A um 20%. Folge: Herr A. hat 600 Euro Verlust gemacht.

Fall 2: Herr B. hat in der gleichen Zeit auch 3000 Euro in Aktien investiert. Aber Herr B. hat mit dem Geld 3 verschiedene Aktien zu je 1000 Euro gekauft (Aktie A, Aktie B und Aktie C). Die Entwicklung der Aktien könnte daraufhin etwa so verlaufen sein:

Aktie A: -20% (= 200 Euro Verlust bei 1000 Euro Einsatz)
Aktie B: +10% (= 100 Euro Gewinn bei 1000 Euro Einsatz)
Aktie C: +20% (= 200 Euro Gewinn bei 1000 Euro Einsatz)

Fazit: Herr B. hat mit den 3000 Euro insgesamt 100 Euro Gewinn gemacht, weil er sein Geld in 3 verschiedene Aktien investierte. Herr A. sitzt dagegen auf einem Verlust von 600 Euro, weil er sein ganzes Geld nur in eine Aktie angelegt hat.

Es gibt natürlich Zeiten, wo es schlecht an der Börse läuft und viele Aktien fallen (zum Beispiel während der Finanzkrise 2008). Dann gibt es auch weniger vielversprechende Aktien zu kaufen. In solchen Zeiten kann es durchaus sinnvoll sein, nur 1 oder 2 Aktien zu besitzen (oder gar keine) und stattdessen verstärkt auf cash oder andere sicherere Wertpapiere zu setzen.

TIPP: Über Aktienfonds oder ETFs ist man automatisch in mehrere Aktien indirekt investiert. Aber auch hier ist es sinnvoll zur noch besseren Risikostreuung die gesamte Anlagesumme auf mehrere Fondswerte aufzuteilen.

GEFAHR 5:
Man denkt, dass man fast ohne erlerntes Börsenwissen an der Börse erfolgreich sein kann.

Oder ihr glaubt vielleicht sogar, dass ihr als Anfänger schnell viel Geld mit Aktien verdienen könnt? Mein Rat: Verabschiedet euch von diesem Wunschdenken. Lasst nicht die Gier auf Aktiengewinne überhand nehmen und euch so zu übereilten Aktienkäufen verleiten. Das hat schon vielen Privatanlegern das Genick gebrochen.

Nehmen euch stattdessen Zeit, um euch weiterzubilden. Zum Beispiel auf dieser Seite hier ;-). Lest am besten auch mindestens 1 oder 2 Börseneinsteigerbücher (hier 3 Tipps).

Sinnvoll ist es auch, vor einem richtigen Einstieg den Aktienhandel anhand eines Musterdepots mit Spielgeld risikolos zu üben: Hier 2 Anbieter, wo man ein Gratis-Testdepot anlegen kann.

GEFAHR 6:
Als Einsteiger gefährliche Derivate wie Optionsscheine, Hebelzertifikate, Forex oder CFDs handeln.

Das Verlustrisiko bei diesen Finanzinstrumenten ist um einiges höher! Durch das gesteigerte Risiko kann man mit gehebelten Anlageformen auch schneller höhere Gewinne erreichen. Aber der Preis dafür ist eine deutlich erhöhte Verlustgefahr. Vor allem CFD-Trading ist enorm gefährlich (was sind CFDs?). Das gleiche gilt für den Forexhandel.

Daher sollte man als Anfänger unbedingt die Finger von den allermeisten Derivaten lassen und sich besser auf weniger riskante Finanzwerte wie Aktien und/oder Fonds konzentrieren.

GEFAHR 7:
Man steigt als Aktienanfänger nur bei niedrigen Kursen ein, weil man denkt, so ein „Schnäppchen“ zu machen.

Man glaubt, dass man gerade dann hohe Gewinne mit Aktien erreicht wenn man zu einem tiefen Kurs kauft (in anderen Worten: Die Aktie befindet sich gerade in einem Kurstief und stand vor einiger Zeit mal deutlich höher).

BEISPIEL: Die Commerzbank-Aktie. Das Papier notierte Mitte 2007 bei über 200 Euro. Danach ging es rapide bergab. In 2008 hatte sich die Aktie halbiert und viele Anleger witterten die Chance auf große Gewinne. Sie dachten wohl: „Viel weiter wird die Aktie bestimmt nicht mehr fallen“. Das Ergebnis: Aktuell steht die Aktie nur noch bei um die 10 Euro (Stand: September 2015).

Mein Rat: Greift nicht in fallende Messer, wie eine alte Börsenweisheit besagt. Denn die Gefahr weiter sinkender Kurse ist oftmals hoch.

GEFAHR 8:
Man kauft und verkauft voreilig ständig Aktien (aus welchem Grund auch immer).

Man sollte einer Aktie Zeit geben, um sich zu entwickeln (es sei denn sie wird ausgestoppt, siehe GEFAHR 2). Geduld zahlt sich bekanntlich oft aus.

Weiterer Nachteil bei häufigen Käufen und Verkäufen: Hohe Broker-Handelskosten, da man bei jeder Transaktion Gebühren bezahlen muss.

GEFAHR 9:
Man investiert nur in sehr günstige Aktien (=Pennystocks).

Finger weg von Pennystock-Aktien! Es gibt sicherlich vereinzelt interessante Pennystocks. Aber oft stecken hier Schrottaktien bzw. Aktienunternehmen dahinter, die fast nichts mehr wert sind und kurz vor der Insolvenz stehen. Nur weil eine Aktie günstig erscheint vom Preis her, ist sie noch lange nicht wirklich günstig. Es kommt auf die Entwicklung der Aktie in Prozent an.

Pennystock-Handel ist nur etwas für risikofreudige und erfahrenere Aktien-Zocker, die hoffen, dass die Aktie eventuell doch noch mal stark ansteigt (meist kurzfristig, wenn überhaupt). Besonders gefährliche Pennystocks werden ab und zu in unseriösen Aktienempfehlungen beworben.

GEFAHR 10:
Wenn man im Plus ist, steigt man zu früh aus.

Ich und viele Börsenexperten empfehlen, Gewinne laufen zu lassen und erst auszusteigen wenn der Aufwärtstrend sich umkehrt. Ganz nach dem Motto: „The Trend is your friend“

GEFAHR 11:
Man will keine Verluste realisieren.

Es fällt einem schwer, eine Aktie zu verkaufen, die längere Zeit im Minus ist: Wenn eine Aktie anhaltend immer weiter fällt, dann haben Viele die Hoffnung, dass die Aktie bald wieder steigt. Diese Anleger halten an der Aktie fest und warten auf bessere Zeiten. Aber manchmal kommen diese besseren Zeiten nicht. Folge: Die Verluste werden immer größer.

Als Beispiel kann man hier wieder die Commerzbank-Aktie nennen. Langjährige Besitzer der Aktie hätten deutlich weniger Geld verloren wenn sie früher ausgestiegen wären.

Tipp: Mit Stoppkursen (Erklärung) wird eine Aktie automatisch verkauft wenn sie mehr oder weniger deutlich im Minus ist.

GEFAHR 12:
Mit einem Kredit Aktien kaufen oder Wertpapiere handeln mit Geld, das man zum Leben braucht.

Nimm keinen Kredit auf, um Geld für Aktienkäufe zu haben (egal woher der Kredit kommt). So steigt das Risiko, sich noch höher zu verschulden wenn die Kurse fallen. Außerdem schmerzen die Zinsen bei einem Bankkredit noch mehr für den Fall, dass man sich verspekuliert. Regel: Kauft nur Aktien mit eurem eigenen Geld!

Handelt auch nur mit Geld, das ihr nicht zum Leben braucht und wo ihr zur Not einen Totalverlust verkraften könnt.

Fazit: Merkt euch unbedingt diese 12 Börsengefahren!

Vermeidet unbedingt alle gerade aufgeführten Gefahren und Risiken beim Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren. Vor allem als Anfänger ist das enorm wichtig. Auf diese Weise steigert man die Chancen deutlich, um an der Börse erfolgreich zu sein.

TIPP 1: Langfristig in mehrere große etablierte Qualitätsaktien investieren, um einigen Gefahren automatisch aus dem Weg zu gehen!

Einige der oberen Gefahrenpunkte lassen sich automatisch vermeiden, indem man langfristig statt kurzfristig investiert und dabei auf sehr große etablierte Qualitätsaktien setzt, die einen festen Stand in der Wirtschaft haben und dadurch sicherer sind als die meisten anderen Aktien. Hierbei kann man zum einen aktiv oder passiv vorgehen.

Beim aktiven Ansatz wählt man einzelne Aktien zum Kauf aus, die man für profitabel hält (auch „Stock-Picking“ genannt). Ich selbst habe eine einfache und stressfreie Langfrist-Aktienstrategie entwickelt, um Aktien zu finden, die möglichst sicher und zugleich aussichtsreich sind (meine Börsenstrategie stelle ich hier in einem eBook vor).

Beim passiven Ansatz setzt man einfach auf den Gesamtmarkt, indem man in Indexfonds bzw. ETFs anlegt. Vor allem für Anleger, die sehr wenig Zeit oder Lust haben, um sich groß mit der Börse zu befassen, sind langfristige ETF-Investments eine gute Wahl. Mein ETF-Ratgeber zeigt, wie man sich ein vernünftiges ETF-Depot zusammenstellt. Und wer es ganz einfach und bequem haben will, kann auch ETF-Komplettpaket-Anbieter (mehr Infos) nutzen.

TIPP 2: Passend zu den eben genannten Börsengefahren lege ich euch auch 3 andere wichtige Artikel und besonders mein eBook ans Herz:

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