Wie Strom und Gas wechseln? Online günstige Strom- & Gastarife finden!

Ich muss ehrlich zugestehen, dass ich jahrelang zu faul war, mich nach einem günstigeren Energieversorger umzusehen. Ich dachte, dass der Aufwand zu hoch wäre. Da ich und meine Familie aber nach unserem abgeschlossenen Hausbau seit kurzem neben Strom auch Gas brauchen, habe ich mich jetzt doch mal näher mit dem Thema „Versorger-Anbieterwechsel“ befasst.

Und ich kann sagen: Die Befürchtung eines zu hohen Aufwands war völlig grundlos. Ein Wechsel ist nämlich viel einfacher als man denkt. Mit einem Online-Strom/Gas-Vergleich ist das Ganze total unkompliziert. Außerdem spart man oft mehr Geld als man für möglich gehalten hat. Einsparungen von mehreren Hundert Euro sind nicht selten, vor allem wenn man noch beim Grundversorger ist.

Aber ein Wechsel kann sich auch lohnen wenn man schon bei einem preisgünstigen Energieversorger ist: Weil viele Leute den Aufwand eines Wechsels scheuen, locken Anbieter nämlich häufig mit einmaligen Geldprämien, um Neukunden zu gewinnen (je nach Anbieter und Tarif kann das ungefähr ein Sofort-Bonus zwischen 50 und 200 EUR sein). Der Hintergedanke: Die Versorger hoffen, dass die neuen Kunden später zu faul für einen erneuten Wechsel sind und deshalb möglichst lange Kunden bleiben.

Durch die attraktiven Boni lohnt sich oft ein jährlicher Wechsel, auch wenn der eigentliche Stromtarif bzw. Gastarif beim neuen Lieferant ziemlich gleich von den Konditionen her ist.

Im folgenden Artikel zeige ich euch unter anderem, wo man Strom/Gas-Anbieter einfach vergleichen kann, wie ein Wechsel funktioniert und was man beim Neuabschluss beachten sollte. Los geht’s:

Worauf achten bei einem Wechsel des Strom- bzw. Gasanbieters? 11 wichtige Punkte

  • Zahlweise: Es empfiehlt sich eine monatliche Abschlagszahlung. Bei „Vorauskasse“ locken zwar billigere Preise, aber im Falle einer Insolvenz des Unternehmens kann das das Geld dann weg sein. Aus diesem Grund sollte man auch besser keine Energieversorgerverträge mit Kaution abschließen.
  • Laufzeit: Je länger die Laufzeit, desto attraktiver sind die Tarife. Aber sinnvoll ist 1 Jahr, damit man flexibel ist und sich dann wieder nach einem besseren Angebot umsehen kann. Bei einer längeren Laufzeit von mehreren Jahren hat man während der Vertragslaufzeit keine Wechselmöglichkeit, weil man an einen bestimmten Versorger gebunden ist.
  • Preisgarantie: Mindestens 12 Monate Preisgarantie sind zu empfehlen. Verzichtet man auf eine Garantie, dann kann der Anbieter die Preise nach Belieben erhöhen.
  • Kündigunsfrist: Es bieten sich hier maximal 6 Wochen an, damit man nicht schon früh vor Vertragslaufzeitende in eine Vertragsverlängerung rutscht.
  • Vertragsverlängerung: Am besten so kurz wie möglich (das ist meist „1 Monat“), aber auf keinen Fall länger als 12 Monate, damit man nicht so lange warten muss bis man wieder den Anbieter wechseln kann für den Fall, dass man sich nicht rechtzeitig um einen Wechsel gekümmert hat. Nachteil bei der Wahl einer 1-monatigen Vertragsverlängerung: Die Angebote sind oft weniger attraktiv. „12 Monate“ sind also auch in Ordnung. In dem Fall sollte man aber darauf achten, dass man rechtzeitig kündigt (am besten im Kalender markieren!) oder bei einem Anbieter ist, der in der Regel dauerhaft gute Konditionen bietet.
  • Strom/Gas-Pakete: Auf Wunsch kann man auch kWh-Festpreis-Pakete kaufen (kWh = Kilowattstunden). Hier zahlt man im Voraus für eine bestimmte kWh-Zahl, häufig zu einem attraktiven Preis. Wenn man aber letztendlich weniger verbraucht, entfällt der restliche kWh-Betrag. Und wenn man mehr braucht, wird der Mehrverbrauch oft mit einem teuren Tarif abgerechnet. Da man sich hier schnell mal verspekulieren kann was die eigene Strom/Gas-Verbrauchsprognose angeht, rate ich (und viele Experten) von solchen Paketkäufen ab.
  • Erfahrungen anderer Kunden: Man sollte die Kundenzufriedenheit checken bevor man sich für einen neuen Anbieter entscheidet. Bei den großen Vergleichsportalen geht das ganz leicht mit einem Klick. Vor allem die aktuellsten Erfahrungswerte sollte man sich ansehen. Wenn ein Energieversorger zuletzt einige schlechte Bewertungen bekommen hat, sollte man in Erwägung ziehen, sich einen anderen Anbieter zu suchen, der mehr zufriedene Kunden hat.
  • Ökostrom/Ökogas: Wenn man richtigen Ökostrom will (= erzeugt durch Erneuerbare Energien wie Solar, Windkraft etc. anstatt mit Atomenergie), dann sollte man darauf achten, dass es sich um einen nachhaltig produzierten Ökostrom handelt. Beim Ökogas sollte man dagegen auf Klima- und Biogastarife achten. Ökotarife für Gas und Strom kann man normalerweise auf Wunsch auf den großen Vergleichsportalen im Web auswählen.
  • Sofort-Bonus (sofern dabei): Immer prüfen, wann dieser ausbezahlt wird (beim Vergleichsportal CHECK24 muss man etwa beim Vergleichsergebnis einfach den Mauszeiger über „Sofortbonus“ fahren, um die Info herauszulesen). Meist wird dieser 2 bis 3 Monate nach Stromlieferbeginn überwiesen, manchmal aber auch erst mit der Jahresendrechnung verrechnet (AGBs checken).
  • Neukunden-Bonus (sofern dabei): Dieser Bonus wird meist erst nach 12 Monaten Belieferung verrechnet (genaue Bedingungen in den AGBs überprüfen!). Wenn man also nach einem Jahr wieder wechseln will, sollte man dafür sorgen, dass man ein volles Jahr beliefert worden ist und eine eventuelle Kündigung erst nach Ende des ersten Belieferungsjahres wirksam wird (Wechseldatum entsprechend wählen).

TIPP: Vor Abschluss Verträge immer genau prüfen, ob alle Bedingungen nach Wunsch enthalten sind!

Kann es passieren, dass man beim Wechsel eventuell ohne Strom/Gas auskommen muss?

Nein, man muss nicht befürchten, dass man durch den Wechsel vielleicht plötzlich ohne Strom dasteht. Denn gibt es Probleme bei der termingerechten Versorgung durch den neuen Anbieter, muss der Grundversorger automatisch einspringen, damit man nicht ohne Strom oder Gas ist. Dies ist gesetzlich geregelt.

Übrigens muss bei einem Wechselvorgang auch keine neue Leitung auf dem Grundstück oder im Haus angeschlossen werden. Es ändert sich lediglich der Anbieter, an dem man Geld für die Gas- bzw. Stromlieferung bezahlt.

Muss man seinen alten Strom/Gas-Vertrag selbst kündigen?

Auch hier ist die klare Antwort: Nein. Denn bequemerweise übernimmt diesen nervigen Vorgang heutzutage in der Regel der neue Anbieter. Man muss sich hier also nicht kümmern, die Kündigung des alten Versorgers wird für einen abgewickelt. Und sobald der alte Vertrag abgelaufen ist wird man vom neuen Lieferanten versorgt.

TIPP: Rechtzeitig vor Ende der Kündigungsfrist des alten Vertrages den Wechsel beauftragen! Am besten mindestens circa 3 bis 4 Wochen vorher (bei vielen Anbietern geht es oft schon bis zu 6 Monate im Voraus). Beispiel: Bei einer 6-wöchigen Kündigungsfrist sollte man zur Sicherheit spätestens 10 Wochen vor Vertragsende (besser noch früher!) einen Wechsel in die Wege leiten, da der neue Anbieter eventuell 3 bis 4 Wochen für die Kündigung braucht.

ACHTUNG: Wenn es knapp werden könnte, dann empfiehlt es sich zur Sicherheit besser selbst zu kündigen, da der neue Anbieter keine Garantie für eine fristgerechte Kündigung gibt (manche warten wegen der Widerrufsfrist erst 2 Wochen bis sie die Kündigung durchführen). Auch bei einem Sonderkündigungsrecht aufgrund einer Preiserhöhung sollte man aufgrund häufig kurzer Fristen selbst kündigen.

Sollte alles passen, dauert ein Wechsel von der Antragsstellung bis zum Lieferbeginn des neuen Anbieters in der Regel circa 4 bis 10 Wochen.

Wie setzen sich Energiekosten überhaupt zusammen?

Bevor man die Energiepreise vergleicht, ist es nicht verkehrt zu wissen, wie sich die Preise der Versorger aufbauen:

Der Verbrauch von Strom und Gas wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Und pro kWh muss man je nach gewähltem Tarif einen bestimmten Cent-Betrag an den Versorger bezahlen. Oben drauf kommt meist, aber nicht immer, noch eine Grundgebühr (= Festbetrag unabhängig vom Verbrauch).

Das bedeutet vereinfacht: Energiekosten = Kosten für jede verbrauchte kWh + Monatliche Grundgebühr

Eine Preisprognose bei einem Vergleich setzt sich demnach vorwiegend wie folgt zusammen (unter anderem können aber noch diverse Boni mit einberechnet sein):

Geschätzter Verbrauch (Strom oder Gas) in kWh im Jahr x Kosten pro kWh + 12 Grundpreise (monatlich)

HINWEIS:

  • Je höher der Grundpreis, desto niedriger in der Regel der Preis pro kWh (vorteilhaft für Leute, die eher viel verbrauchen)
  • Je niedriger der Grundpreis, desto höher in der Regel der Preis pro kWh (vorteilhaft für Leute, die eher wenig verbrauchen)

Wie Strom und Gas wechseln? Online vergleichen und günstige Tarife finden!

Wenn man Strom und/oder Gas wechseln will bzw. prüfen will, ob sich ein Wechsel lohnt, geht das am einfachsten über einen Vergleich im Internet. Zum Beispiel kann man auf CHECK24 schnell und einfach HIER (Strom) und HIER (Gas) einen Angebotsvergleich durchführen.  Ein Vergleich, egal ob nun für Strom oder Gas, setzt sich hierbei aus 2 Schritten zusammen:

SCHRITT 1 – Vorbereitung: Welche Daten und Infos braucht man für den Vergleich?

  • Am wichtigsten ist die eigene Postleitzahl: Die kennt hoffentlich jeder 😉
  • Der eigene Strom/Gas-Verbrauch in kWh: Man sollte wissen, wie viele Kilowattstunden Strom/Gas man pro Jahr circa verbraucht. Je genauer man dies abschätzen kann, desto besser ist das für ein gutes Vergleichsergebnis mit passenden Tarifen. Am besten prüft man dazu die letzte Jahresabrechnung, da steht es normalerweise drauf. Zur Not kann man auch die X-Personen-Haushalt-Schätzung von CHECK24 nehmen, die ist aber natürlich nicht so genau.

SCHRITT 2 – Vergleich starten: Welcher Stromanbieter bzw. Gasanbieter ist günstig?

  1. HIER (Strom) oder HIER (Gas) klicken und das bekannte Vergleichsportal CHECK24 aufrufen.
  1. PLZ und jährlichen Verbrauch eingeben.
  1. Auf „vergleichen“ klicken.
  1. Man hat noch diverse Möglichkeiten, um die Suche genauer anzupassen (siehe oben „Was beachten?“). Die empfohlenen Standardeinstellungen sind für Viele aber schon ganz gut, vor allem wenn man beabsichtigt ab sofort jedes Jahr zu wechseln. Zudem kann man noch einen Vergleichstarif wählen (hier nimmt man den Anbieter, wo man aktuell noch ist), standardmäßig ist der Grundversorger eingestellt.
  1. Jetzt erscheint das Vergleichsergebnis in Form einer Tabelle basierend auf die eingegebenen Daten. Das günstigste Angebot steht ganz oben (Achtung: Die Auflistung beginnt erst nach den „Anzeigen“). In der linken Spalte stehen die Kosten/1. Jahr. Die Boni sind im Preis bereits berücksichtigt. Daher muss man im Hinterkopf behalten, dass das zweite Jahr teurer wird falls man nicht wieder wechselt (denn den Bonus bekommt man nur einmalig). Bei jedem Angebot bzw. Anbieter kann man auf Knopfdruck auch genauere Infos zum Preis und Tarif abrufen (auch die AGBs unter „Tarifdetails“).
  1. Hat man ein gutes und günstiges Angebot in der Tabelle gefunden, klickt man einfach auf „Weiter“. In den folgenden Schritten muss man ein paar Online-Formulare ausfüllen, um den Wechsel anzustoßen und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Dazu werden vor allem folgende Daten benötigt: Zählernummer (steht normalerweise auf dem eignen Zähler auf einer Plakette oder einem Aufkleber), Name des aktuellen (bald alten) Versorgers plus Kundennummer, Adresse, Geburtsdatum, Bankverbindung eingeben (oder Rechnung wählen, falls möglich), Wechselzeitpunkt (wann will man wechseln?). Dann die restlichen Schritte erledigen und warten! 🙂

Fazit: Ein Wechsel bei Strom bzw. Gas ist einfach und lohnt sich meistens!

Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter geht dank des Internets schnell und einfach über die Bühne. Dadurch kann man oft viel Geld sparen, vor allem wenn man noch beim Grundversorger ist. So war es bei mir und ich kann bei Strom und Gas jeweils voraussichtlich über 250 Euro einsparen im ersten Jahr! Und in Zukunft werde ich jedes Jahr einen neuen Vergleich machen und bei einem attraktiven neuen Angebot wieder wechseln.

Also keine Ausreden mehr: Wechselt am besten auch sobald wie möglich und verschenkt kein Geld mehr an euren aktuellen Energieversorger. Ich habe mich auch jahrelang gedrückt, das ärgert mich, aber das ist jetzt vorbei ;-).