Wohnung kaufen oder Haus bauen ohne Eigenkapital? Warnung!

Bei meiner Recherche zum Hausbau (siehe mein Mini-Bautagebuch) bin ich im Internet, vor allem in Foren und Frage-Antwort-Portalen, sehr oft auf Einträge gestoßen, wo Leute eine Immobilie ohne bzw. wenig Eigenkapital kaufen oder bauen woll(t)en. Einer der Hauptgründe für diese Entwicklung sind sicherlich die aktuell günstigen Bauzinsen (Stand: Ende 2015).

Einen Immobilienkredit ohne eigenes Geld aufnehmen zu wollen empfinde ich jedoch als sehr fahrlässig. Daher möchte ich meine Webseite hier nutzen, um aufzuzeigen, warum so ein Vorhaben sehr gefährlich sein kann.

Vorweg sei gesagt: Es ist unter gewissen Umständen schon möglich ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen bzw. zu bauen ohne Eigenkapital (Voraussetzung ist aber ein sehr sicherer Job und gleichzeitig ein hohes Nettoeinkommen).

Und es gibt sicher auch Fälle, wo ein Wohnungs- oder Hauskauf unter solchen schwierigen finanziellen Bedingungen ohne Probleme klappt (bei einer preiswerten Eigentumswohnung ist es etwa sicher einfacher). Aber es existieren auch zahlreiche Fälle, wo Menschen ein Darlehen gewährt wurde ohne angespartes Kapital, aber das Ganze in einem Albtraum endete.

3 Gründe, warum es gefährlich ist, eine Immobilie ohne Eigenkapital zu finanzieren

  1. Da die Banken bei einer Baufinanzierung ohne angespartes Kapital ein höheres Risiko eingehen, verlangen sie auch höhere Zinsen vom jeweiligen Kreditnehmer. Die Folge ist eine hohe Tilgungsrate und/oder man zahlt Jahrzehnte lang Schulden ab.
  1. Auch wenn man gerade gut verdient und sich im Job sicher fühlt, darf man das Risiko bei einem Immobilienkauf ohne Eigenkapital nicht unterschätzen. In einigen Jahren kann es ganz anders aussehen und falls man dann den Arbeitsplatz verliert, kann das gesamte Finanzierungskonzept ins sich zusammenfallen. Und auch ein plötzlicher Jobwechsel kann einen eventuell in die Bredouille bringen (z.B. geringerer Lohn oder zeitweilige Verdienstausfälle).
  1. Bei einer Finanzierungsplanung unterschätzen viele die Nebenkosten: Viele Bauherren verkalkulieren sich hier und schätzen diesen Zusatzkostenpunkt deutlich zu naiv ein. Häufig ist dadurch letzten Endes ein Bauprojekt ein ganzes Stück teurer als anfänglich gedacht. Wenn man nämlich alle Nebenkosten zusammenrechnet, dann ergibt sich in den meisten Fällen eine große Summe (Beispiele: Grundstückskaufnebenkosten, Erdarbeiten, Medienanschlusskosten, Vermessung, Baugenehmigungskosten, diverse unvorhergesehene Gebühren, Bauversicherungen (welche sinnvoll?), neue Hausausstattung, Außenanlage, Garage/Carport usw.). Eine Verkalkulierung in diesem Bereich kann eine angepeilte Komplettfinanzierung schneller gefährden als einem lieb ist.

Abschließend noch ein interessanter Fakt, den man unbedingt im Hinterkopf behalten sollte, wenn man sich für eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital entschließt: In den USA wird eine Finanzierung von Immobilienkäufen ohne eigenes Geld schon seit längerer Zeit forciert.

Und eben diese Tatsache gilt als einer der Auslöser, warum es letztendlich zur US-Immobilienkrise und (später Finanzkrise) kam. Viele US-Amerikaner kauften Häuser und Wohnungen auf Pump mit Hilfe von Vollfinanzierungshauskrediten und verloren als Folge der Krise dann oftmals von heute auf morgen ihr Eigenheim.

Fazit: Wenn Sie ohne Eigenkapital ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen wollen, sollten Sie es sich mehr als gründlich überlegen! Ich rate jedenfalls von einem Baukredit in so einer finanziellen Situation entschieden ab.

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